Freitag, 31. Dezember 2010

Mit dem Liebsten ins Neue Jahr ...

... richtig!
Ich habe beschlossen, diese Jahr 2011, das mir zuzwinkert, als wollte es mich mit allen nur denkbaren Versprechen locken, mit dem zu begrüßen, was mir am nächsten ist - dem Schreiben.
Nach zwei Monaten Totalabstinenz - als hätte mir mein Ritter einen Keuschheitsgürtel umgeschnallt - ist er wieder da. Der Hunger nach meiner Mystery-Geschichte. Gemurrt und gemunkelt hat's ja schon länger - zwischen zusammengebissenen Zähnen und umtrubeltem Hirn. Jetzt blinkt der Schlüssel in meinen Händen - zwischen all dem Knallen, Böllern und Partygetöse schmiegen sich Szenen zwischen den Countdown.
Dann warte ich nur noch auf den Startschuss.
Noch 54 Minuten ... ich bin bereit, Liebster!

Mittwoch, 29. Dezember 2010

Schluss mit all den Ängsten!

Eben bin ich bei Rabenblut auf das Thema "Angst" gestoßen - was mich nun gar nicht wundert, weil ich mich seit einigen Wochen sehr intensiv genau damit beschäftige (Dank eines wunderbaren Buchtipps von Jutta, der einen Stein ins Rollen brachte und bei dem es um die Macht der Gefühle geht).
Es war genau das richtige Buch zur richtigen Zeit für mich: Gefangen in vielfach unerträglichen Lebenssituationen, gefesselt und geknebelt in finanziellem und psychischem Desaster, war ich hochkonzentriert auf meine miese Lebenslage. Im Zuge der intensiven Lektüre ist mir klar geworden, dass ich mich genau damit, dass ich verzweifelt versucht habe, einen Weg aus all diesen Fallen zu finden, nur noch tiefer hineinverstrickt habe - ja, dass ich all die folgenden Misstöne meines Lebensliedes selbst heftig in die Flöte geblasen habe.
Mit meinen tausend Ängsten vor den vielfältigen Mangelerscheinungen und die Konzentration auf all die Misslichkeiten habe ich nur noch mehr davon angezogen. Wie ein Schwamm, der nicht genug vom Brackwasser kriegen kann, das doch bereits zum Himmel stinkt.
Ich habe die Botschaft gehört. Und ich habe mich darauf eingelassen - weil es im Grunde nichts Besseres für mich zu tun gegeben hat, als dem Bauchgefühl zu vertrauen, das sich augenblicklich mit wohligem Kribbeln und Schnurren eingestellt hat.
Ich gestehe, dass ich im Grunde immer schon lieber ans Gute und Schöne im Leben geglaubt habe. Dass ich auch gut im Verdrängen von unangenehmen Zuständen bin und viel lieber davon träume, wie es wäre, wenn sich all meine Wünsche erfüllen würden. Doch der Schritt vom "würden" zum "werden" (!) ist noch einmal ein großer - und entscheidender! Die Entscheidung, nicht nur die VISION zuzulassen (was ich immer schon gerne praktiziert habe und auch ziemlich gut beherrsche), sondern meine Wünsche zu FÜHLEN und WAHRNEHMEN, sie damit anzuerkennen und als tatsächliche Ereignisse zuzulassen, die das Leben schön machen und den Energiefluss zum Strömen bringen, hilft meinem Wohlbefinden erst auf die Sprünge, macht es real. Es sind keine Träume mehr, sondern es geschieht. Weil keine Ängste mehr als Straßensperren fungieren, weil das Geröll der Sorgen und üblen Vorahnungen, Befürchtungen und lauernden Gefahren abgegangen ist und der Weg zu dem geglückten Leben, das schon seit ewig auf mich wartet, frei gemacht ist.
Ich sehe ein, dass das einigermaßen abgehoben klingt. Aber ich kann nur sagen: Es fühlt sich himmlisch an! So leicht und voll Freude und Energie ist mir mein Leben schon ewig nicht mehr vorgekommen.
Schluss mit Zittern und Zögern, Bibbern und Bangen!
Frei schwimmen ... das Leben ist herrlich ...

Samstag, 25. Dezember 2010

Gewinnspiel bei den Bücherkindern

Den ganzen Advent gab es bei den Bücherkindern in ihrem Adventkalender jeden Tag tolle Bücher zu gewinnen - und am 24. Dezember sind auch zwei meiner Werke mit dabei! Mit ein bisschen Glück gehen nach dem Erfüllen einer kreativen Aufgabe meine Bücher "Störfaktor" und "Grenzenlos nah" mit einer persönlichen Widmung in euren Besitz über!
Und weil ich diese Aktion so genial finde, setze ich noch eine weitere Chance drauf:
Wer bei der Verlosung nicht zum Zug kommt, kann mir eine Nachricht schreiben und ich verlose unter den eingelangten Mails noch einmal je ein signiertes und persönlich gewidmetes Exemplar.
Viel Glück!
Ich freue mich auf viele interessierte Zusendungen!

Weihnachtsgeschenke der besonderen Art

Neben all der Köstlichkeiten, der Feierlichkeiten und Liebe, die mir von meiner Familie zuteil geworden sind, wurde mir heute in der Früh noch ein ganz besonderes Weihnachtsgeschenk gemacht.
Via Facebook hat mich meine Freundin Martina darauf aufmerksam gemacht, dass in der Feiertagsausgabe des KURIER das Interview abgedruckt sei, von dem ich schon am Montag so freudig berichtet hatte. Nach draußen zu stürmen und sämtliche umstehenden Zeitungsstandeln zu plündern war ein Akt der Unabdingbarkeit :-))
Und was soll ich sagen ... EINE HALBE SEITE! Mit (wirklich sehr vorteilhaftem) Bild!! ich bin geplättet, wie einfühlsam und gefühlvoll die Redakteurin Susanne Lintl dieses Porträt verfasst hat. Sie hat während unseres Gesprächs nicht nur sehr genau zugehört, sondern es auch geschafft, meine Seelen- und Gedankenwelt zu erkennen. Ich fühle mich rundum verstanden ... einfach traumhaft!
Liebe Frau Lintl: Vielen, vielen Dank für dieses großartige Porträt!
Was für ein Weihnachtsgeschenk ...

Dienstag, 21. Dezember 2010

Face the book!

Eben entdeckt: Amazon hat meinem neuesten Buchkind ein Gesicht verliehen! Ich bin wirklich sehr sehr glücklich mit diesem Cover - es hat (wie ich finde) etwas Geheimnisvoll-Bedrohliches ... echt cool, oder?
Dann hoffe ich, dass das auch die Leser so sehen und "Infinity" seinem Namen gerecht wird und ohne Ende über die Ladentische fegen möge :-))

Plauderstunde

Heute hatte ich meinen Interviewtermin (plus Fotoshooting!) mit einer sehr netten Dame vom "Kurier". Sehr neugierig und ein kleines bisschen aufgeregt bin ich (ausnahmsweise zehn Minuten zu früh) bei vereinbarten Kaffeehaus eingetroffen. Sicherheitshalber hab ich gleich einmal meine drei Bücher vor mir aufgebaut - wer konnte schon wissen, ob sie mich von dem Autorenfoto auf der Verlagshomepage erkennt.
Doch sie erkannte mich tatsächlich gleich!
Wir hatten sofort einen guten Draht - hinter ihren klugen Fragen war echtes Interesse zu spüren.
Sag mir, dass ich über meine Bücher reden darf! Was Schöneres kanns kaum geben :-))
Ich hoffe, ich hab sie nicht allzu schlimm niedergequasselt. Auf jeden Fall hat sie eifrig mitgeschrieben und der Fotograf hat mich gefühlte hunderttausend Mal von allen Seiten abgelichtet. Mir war, als hätte mich ein klitzekleiner Hauch von Berühmtheit gestreift :-)
Nun warte ich gespannt auf die Nachricht, wann der Bericht erscheinen soll.

Wieder einmal nach Herzenslust über Karim, Sira und Max erzählen zu können hat mein Herz wirklich höher schlagen lassen ... Schön war das!

Sonntag, 19. Dezember 2010

Weihnachtsverlosung


Aufgrund von vorweihnachtlichen Lieferproblemen hat sich die angekündigte Dezemberverlosung etwas verzögert. Doch nun steht es fest: Der Gewinner des Monats ist ...


Herzliche Gratulation!

Die nächste Verlosung startet mit dem neuen Jahr. Da habe ich dann für die Einsender noch eine zusätzliche Überraschung ... Genaueres verrate ich im Neuen Jahr :-))

Montag, 13. Dezember 2010

Gummibärchen, ärgere dich nicht!

Wahnsinn, wie schnell das Jahr vergangen ist!
Schon wieder will ein neues Tortenthema gefunden sein ... dieses Jahr habe ich mir ein Spiel ausgedacht, das für meine "Kleine" eine echte Herausforderung ist - nimmt sie den Titel doch sonst immer allzu wörtlich ;-)
Weil aber doch heute ihr Geburtstag ist - und ich ihr mit meinem Backwerk symbolisch zum bevorstehenden universitären Zieleinlauf gratulieren will - stehen diesmal ihre Gewinnchancen echt gut ... vorausgesetzt, sie nimmt die roten Gummibärchen ...
Alles Gute zum Viertel-Jahrhundert!!!




Sonntag, 5. Dezember 2010

Zu anspruchsvoll? oder: Das verdammt scheue Wow!Gefühl

Die letzten Tage hatte ich es - dieses "Wow!"Gefühl. Wenn man spürt, dass sie zum Greifen nah sind. Die Träume, die man niemals laut ausspricht, weil sie einem selbst irrational vorkommen. Und man es vermessen findet, davon überhaupt zu träumen. Mehr zufällig (aber gibt es den Zufall denn überhaupt? Ich hab das immer schon bezweifelt ...) bin ich über eine wunderschöne Rezension einer 18jährigen Schülerin gestolpert, die mich wirklich glücklich (und auch ein bisschen stolz) gemacht hat.
Da hatte ich es zum ersten Mal wieder - seit einer längeren Phase des Strampelns und Zweifelns und im Trüben Fischens. Ich dachte: Jetzt! Jetzt passiert es! Jetzt ist der Riegel geknackt und meine Geschichte, in der das meiste Herzblut ever steckt, ist in der Welt angekommen. Im gleichen Atemzug habe ich gesehen, dass "Grenzenlos nah" beim LovelyBooks Leserpreis nominiert worden ist ... Ja! Es passiert!, dachte ich und das warme Gefühl breitete sich vom Bauch in meinem Körper aus.
Die wahren Tatsachen sind aber andere.
Bei LovelyBooks bin ich schon vor der Wahl rausgeflogen.
Und ein Telefongespräch mit meinem Verlag hat mich endgültig auf den Boden zurückgeholt.
Mein Buch verkaufe sich mehr als schleppend. Ein echtes Sorgenkind sei es, obwohl der Verlag nach wie vor davon überzeugt sei, dass es wirklich gut ist. Aber ...
Ja, was aber?
Die Vertreter verkaufen es nicht.
Ist es das Cover? Der Titel? Das Thema?
Ja. Am wahrscheinlichsten das. Es ist zu beratungsintensiv. Meint man im Verlag.
Niemand will sich mit dem Grauen eines Krieges auseinandersetzen. Auch nicht, wenn es in eine Liebesgeschichte verpackt ist. Auch nicht, wenn die Sprache gut und das Ambiente autentisch ist. Das Buch kann der Buchhändler nicht einfach so ins Regal stellen. Da muss er was dazu sagen, damit es gekauft wird. Zu schwierig. Zu anspruchsvoll. Zu zeitnah.
Zu wenig "flockige Liebesgeschichte", zu viel "Nachdenkerfordernis".
Das legt man nicht in einem Stapel einfach so hin und die Leute nehmen es einfach so mit.
Traurig, aber wahr.
Und schon war es dahin. Das schöne Wow!Gefühl. Wie ein scheues Tier hat es sich verkrümelt. So schnell konnte ich gar nicht schauen. So glaubwürdig konnte ich ihm nicht versprechen, es trotzdem lieb zu haben. Auch wenn es rundum plötzlich rumpelt und dröhnt. Alle guten Vorsätze, mit positivem Fühlen die positiven Ereignisse anzuziehen, haben sich auf einen Paukenschlag in Luft aufgelöst.
Und zurück bleibt das schale Gefühl, sich wieder einmal etwas vorgemacht zu haben.
Was nützen mir vier 5-Sterne-Rezensionen auf Amazon, wenn sich der Verkaufsrang im Sturzflug der Millionengrenze nähert? Was nützen mir zu Herzen gehende Worte einiger weniger Leser, die über mein Buch gestolpert sind? Es ist wunderschön, zu erleben, dass diejenigen, die meinen Roman tatsächlich gelesen haben, von ihm berührt worden sind.
Aber der Schmerz darüber, dass es immer nur einige wenige bleiben werden, weil das Stolpern eben nur ein sporadischer Vorgang ist, lässt dem Wow!Gefühl keine Chance auf Verlängerung.
Gegen jeden guten Vorsatz, damit mein Leben auf neue Gleise zu stellen.

Und trotzdem gehe ich heute wieder mit dem Versuch schlafen, einen Zipfel dieses Wow!Gefühls unter meinen Kopfpolster zu bekommen. Wie jeden Abend. Es schläft sich halt damit einfach so unglaublich gut ...

Dienstag, 30. November 2010

Ein irres Fest!

Dass ich erst jetzt zu nächtlicher Stunde dazukomme, von meiner Buchparty zu berichten, passt nahtlos zur gesamten Historie dieses Ereignissen :-) Falls hinter all dem die Absicht steckte, es spannend zu machen, gebe ich zu: Das Vorhaben ist gelungen! Und so gut wie alles, das mich bis zum Moment des Lesungsstarts in Atem gehalten hat, hat sich letztendlich als echte Bereicherung - oder zumindest zum Amusement des Publikums - herausgestellt.
Habe ich doch noch Freitag Vormittag davon berichtet, dass sich meine liebe langjährige Freundin und Fernseh- und Radiomoderatorin Martina Rupp als rettender Engel angeboten hat, kam ca. 30 Minuten vor dem Lesungsbeginn die Hiobsbotschaft: Martina versagte während der Live-Sendung im Fersehen, von der sie anschließend direkt zur Lesung düsen wollte, (zum ersten Mal in ihrer Karriere!) die Stimme ... ich vergatterte also umstehende Gäste dazu, Lesestellen zu übernehmen - was bereits für erste Heiterkeit im Publikum sorgte. Gleich darauf fand sich der Buchhändler, mit dem ich den Buchverkauf vereinbart hatte, mit einem Köfferchen ein, in dem nicht einmal mein gesamtes Schminkzeug Platz gefunden hätte. Ich glaubte noch an einen Scherz, als er auf dem vorbereiteten Tisch zwanzig Exemplare "Grenzenlos nah" ausbreitete und suchte nach weiteren Behältnissen - die aber leider ausblieben. Als dann auch das Catering ausblieb und es draußen wie wild zu schneien anfing, war mir klar, dass ich nun genau zwei Möglichkeiten hatte: die Nerven über Bord werfen - oder mich vor Lachen ausschütten.
Ich entschloss mich für das Letztere. Wo, wenn nicht in Wien, amüsiert man sich mehr über Pleiten, Pech und Pannen als über einen reibungslosen Ablauf?
Martina hatte sich inzwischen unerschrocken durch das Schneechaos zum Veranstaltungsort gekämpft, vier mutige Ersatzlesekandidaten standen bereit, um im Bedarfsfall das Staffelholz zu übernehmen und ich fand, dass das alles perfekt zu dem passte, was bisher geschehen war.
Es machte unglaublich viel Spaß!
Diese "Doppelkonference" mit Martina (die einfach großartig gelesen hat ... ich werde in Zukunft nur noch Kehlkopfentzündung haben, damit sie mich wieder retten muss :-)) hat der Lesung einen ganz besonderen Reiz verliehen. Ich konnte meine Stimme dazu überreden, durchzuhalten. Und das Publikum war freundlich, aufmerksam und gut gelaunt.
Ach ja - das Catering war zur rechten Zeit mit einem köstlichen Buffet zur Stelle und dem Buchhändler sind seine zwanzig Exemplare aus den Händen gerissen worden.
Ich hab zwar wieder einmal gar nichts mitgekriegt, weil ich den irrwitzigen Versuch, mit allen meinen Gästen wenigstens ein paar Worte zu wechseln, erst aufgegeben habe, als das Buffet und der Büchertisch bereits längst leergeräumt waren. Aber sich mit einem Cocktail an der Bar wiederzufinden, war keine so schlechte Alternative. Und auf den Fotos konnte ich mich dann auch selbst davon überzeugen, dass sich alle wunderbar unterhalten haben und wohl alles recht gut gelaufen sein muss ...
So verschicke ich jetzt einfach ein herzliches Danke an alle meine Freunde ins Universum und schließe meinen subjektiven und völlig unvollständigen Bericht mit ein paar Bildern.





Freitag, 26. November 2010

Darth Vader is back!

Halleluja! Heute Morgen kamen das erste Mal wieder so etwas wie menschliche Laute aus meinem Mund - auch wenn ich diese Stimme nicht unbedingt als meine eigene identifizieren würde. Egal! Die Worte sind verständlich, die Sprachmelodie versackt nicht augenblicklich in Papageien-Krächzen und ich werde heute Abend tatsächlich immer wieder einmal ein paar Worte an meine lieben Gäste richten können!
Was mir außerdem den Glauben an das übergeordnete Wesen, das es gut mit mir meint, wiedergegeben hat, ist die Tatsache, dass Dank meines stimmlichen Waterloos ein echter Profi meinen Lesepart übernehmen wird! Eine Frau, die gerade erst wieder zu einer der beliebtesten Moderatorinnen in Österreich gewählt worden ist - und die trotz eigenem Stress und langem Arbeitstag im ORF für mich in die Bresche springt.
Aus reiner Freundschaft und Hilfsbereitschaft.
Wer diese treue Seele ist?
Schaut mal hier :-)

Wenn das kein Highlight des Abends ist?
Ab sofort kann ich mich endlich richtig richtig auf heute Abend freuen!!!

Mittwoch, 24. November 2010

Stille Post














Der Zettel klebt an meiner Bürotür und hilft mir, mein Schweigegelübde einzuhalten.
Die Kollegen sind lieb und halten mich nicht für schlimmer durchgeknallt als sonst. Aber irgendwie haben sie aufgehört, mit mir zu reden ... Selbstgespräche, die nur undefinierte Grunzlaute und pantomimisches Feedback hervorrufen, sind halt nicht jedermanns Sache.
Aber was tut man nicht alles, um sich für das wichtigeste Event des Jahres fit zu machen?
;-)))

Dienstag, 23. November 2010

Super-GAU

Was tun, wenn einem drei Tage vor der lange geplanten und bereits bis ins kleinste Detail vorbereiteten Buchpräsentation die Stimme wegbleibt? So richtig ganz und gar total? Dass man nicht mal mehr piepsen kann?
Ich schlürfe im Stundentakt Salbeitee. Lutsche allerlei Halstabletten gegen Heiserkeit, rauen Hals, Husten, Bakterien und Viren aller Art. Stopfe mich mit Aspirin C und Lemocin voll und versuche nicht panisch zu werden.
Hab ja noch drei Tage zum Stimmewiederfinden ...
Das muss reichen!

... und meine Umgebung flüstert - was ich immer ganz besonders süß finde!

Dienstag, 16. November 2010

Nach-Lesen

Diese jungen Leute, mit denen ich heute bei meinen beiden Lesungen zu tun hatte, lassen mich freudig in die Zukunft sehen. Was bei den intensiven Gesprächen über alle Arten von Grenzen (vom Schutzraum bis zu jenen im Kopf) herausgekommen ist, hat mich glücklich gemacht.
Die "jungen Erwachsenen" - wie sich ein lebenskluges, warmherziges und wortgewandtes Mädel teffend bezeichnet hat - zwischen 14 und 16 haben mir eindrucksvoll bewiesen, dass sie mit offenen Augen aufmerksam dem Leben begegnen, sich Gedanken darüber machen, wie man miteinander richtig umzugehen hat und welche Grenzen dabei wichtig und welche nur dazu da sind, andere "auszugrenzen". Es war eine echte Freude, mit ihnen über die Grundaussagen meines Romans zu diskutieren - und das Thema an vielerlei Ebenen auch noch weiter zu vertiefen. Mögen ihnen ihr Idealismus, ihr klarer Blick und ihre unkomplizierte Geradlinigkeit erhalten bleiben!
Ich habe mich in ihrer Gesellschaft einfach nur wohl gefühlt - was offenbar dazu geführt hat, dass ich meine erste Lesungseinheit gleich gnadenlos um 30 Minuten überzogen habe, ohne dass irgendjemand dagegen protestiert hätte. Wenn sich nicht die nächste Schulklasse im Nebenraum bemerkbar gemacht hätte, wer weiß, ob ich nicht in meiner Begeisterung noch länger mit den rund 40 jungen Leuten weiterdiskutiert und -gelesen hätte ...

Der Wechsel zu den nächsten etwa 30 Schülern vollzog sich also (nach einer kurzen Verschnauf- und Klopause) beinahe übergangslos. Es war für mich spannend, einen so direkten Vergleich zur Vorgruppe ziehen zu können. Während die Vorgänger volksgruppentechnisch bunt durchmischt war, gab es unter den 15- bis 16-Jährigen der Gartenbau-HBLFA Schönbrunn keinen, der nicht aus Österreich stammte. Die Diskussionen über Heimatgefühl, Flüchtlingsproblematik und die Kriegsgeschehnisse im ehemaligen Jugoslawien gestalteten sich entsprechend anders. Nicht, dass sie weniger emotional geführt waren - die Schwerpunkte lagen wo anders - was aber auch daran liegen könnte, dass die "jungen Erwachsenen" (ich liebe diese Bezeichnung!) eben um ein Jahr älter waren. Und wieder war ich beruhigt, meine Zukunft in Händen, Herzen und Köpfen wie diesen zu wissen.

Mit einem ganz entzückenden Bon-Mot möchte ich meinen Bericht zu einem rundum gelungenen Lesevormittag abschließen:
Als ich erzählte, dass ich die meiste Zeit in der Nacht schreibe und demzufolge daran arbeite, mit wenig Schlaf auszukommen, schüttelte ein Junge, der sich schon während der gesamten Lesung intensiv an den Gesprächen beteiligt hatte, sorgenvoll den Kopf. "Seien Sie nur vorsichtig!", meinte er und fixierte mich mit gerunzelter Stirn. "Mein Opa ist an Schlaflosigkeit gestorben!" - Das Gelächter war herzlich - und ich war mehr als gerührt!

Ich hoffe, ihr hattet genauso viel Spaß wie ich!

Samstag, 13. November 2010

Lesungsvorbereitungen

Heute habe ich es endlich geschafft, mein Konzept für die Lesungen am Dienstag fertigzustellen.
Mit Hilfe von zehn "Ankerpunkten" hoffe ich, nicht den Faden zu verlieren, wenn ich meine Zuhörer zur Interaktion ermuntere. Ich wünsche mir nämlich, dass es mir gelingt, aus der "Vorleser - Zuhörer"-Schiene auszubrechen und die Stunde nicht auf einer Kommunikations-Einbahnstraße zu verbringen. Ich möchte weniger vorlesen, als mit ihnen die wesentlichen Themen in meinem Roman herausschälen. Dazu habe ich fast zu jedem meiner Punkte Fragen ausgearbeitet - und bin wahnsinnig gespannt, ob und wie die Jungs und Mädels darauf einsteigen werden.
Natürlich werde ich auch ein paar Stellen aus dem Buch vorlesen. Aber da ich davon ausgehe, dass sie alle des Lesens mächtig sind, möchte ich sie bestenfalls neugierig machen - sodass sie (wenn ich Glück habe!) von der Story angefixt sind und sie später ohnehin selbst lesen wollen.
Wenn alles so klappt, wie ich mir das vorstelle, werde ich nicht Zuhörern, sondern Diskussionsteilnehmer gegenüber stehen. Das stelle ich mir sehr spannend und befruchtend vor.
Allein der Zeitplan macht mir noch ein wenig Kopfzerbrechen. Ob ich nach einer halben Stunde schon am Ende meines Konzepts bin, oder nach der zur Verfügung stehenden Zeit grad einmal die ersten fünf Punkte abgehakt habe, kann ich beim besten Willen nicht prognostizieren.
Da heißt es dann eben flexibel sein ... aber das verlangt das Leben ohnhin öfter von mir :-)

Dienstag, 9. November 2010

Basteln II - oder wie aus einem Wäh-Tag noch ein echtes Highlight wird

Zugegeben: Der Tag heute war ... [zensuriert]
Aber dann hat mir meine liebe Schreibkollegin Jutta Wilke ein geniales Geschenk gemacht - nämlich DAS :-)) *)
Die Spielkatze in mir war sofort von allen Sorgen befreit und nach ausführlichem Selbststudium hat mich eine Idee angesprungen: Seit längerem trage ich mich schon mit dem Gedanken, auf meinem Blog hin und wieder eine Buchverlosung anzubieten (Kundenbindung nennt man das im Marketing-Jargon ;-))
Alle, die den Link schon ausprobiert haben, werden jetzt wissen, was ich meine, wenn ich sage: Ich mache einen Wettbewerb! Wer das Puzzle am schnellsten lösen kann und als Beweis einen Screenshot (mit eingeblendeter Zeit!) an gabriele[at]gfrerer.at mailt, gewinnt ein signiertes Exemplar von "Grenzenlos nah"!
Das könnte dann z.B. so aussehen:





Und weil mir in einer Woche 85 Jugendliche in den Schoß fallen, werde ich im Zuge meiner beiden Lesungen auch gleich dafür die Werbetrommel rühren. Mal sehen, ob es unter ihnen auch ein paar so Verspielte gibt.

Außerdem haben meine beiden Test-Jugendlichen zu Hause ein paar bedenkenswerte Anregungen zu meinem Trailer gemacht, was mich dazu veranlasst hat, noch einmal Hand daran zu legen. Wen es interessiert, kann einen Blick auf das vorläufige Endergebnis werfen:

video

Und so hat sich an einem Tag, an dem ich mich gefragt habe, ob vielleicht irgendjemand etwas massiv gegen mich hat, noch ein glückliches Lachen breit gemacht. Sooo sauer kann der da oben also doch nicht auf mich sein ...

*) Wichtiger Hinweis: Nach dem Puzzlen bitte wieder links auf den Button "Scratter" klicken - sonst sieht der Nächste nur ein fertiges Bild ... kann man aber auch beliebig oft für sich selbst noch einmal starten (für die, die ihre Zeit verbessern wollen oder einfach nicht genug davon bekommen können ;-))

Montag, 8. November 2010

Basteltag

Heute habe ich für meine Lesung am 16. - und natürlich auch für meine Buchparty - einen Trailer gebastelt. Ein Profi hätte das wahrscheinlich wesentlich schneller geschafft, während ich meinen Sonntag dafür aufgewendet habe. Aber trotzdem bin ich mit dem Ergebnis sehr glücklich.

video

Und auch sonst nimmt mein Plan für die Lesung langsam konkretere Formen an - was für ein ausgewogeneres Verhältnis zwischen Lampenfieber und Vorfreude sorgt. Obwohl ich zugeben muss, dass ich noch keine letzte Entscheidung getroffen habe, ob ich mich vor den einmal 50 und danach 35 Vierzehn- und Fünfzehnjährigen fürchten sollte oder mich auf sie freuen darf ... Aufregung hat prinzipiell aber immer noch kreativitätsfördernde Wirkung auf mich gehabt. In diesem Sinne hoffe ich auf ein ansprechendes Endergebnis :-)

Mittwoch, 3. November 2010

Werbetrommel

Ich habs auf den letzten Drücker geschafft! Die neue Leseprobe ist abgefasst, das Exposé geschrieben und gemeinsam mit dem Szenenplan in die Hände meiner Agentin gelegt. Es fällt mir nicht leicht, das Projekt jetzt einmal zur Seite zu legen. Am liebsten würde ich weiterschreiben. Die Geschichte zieht mich in ihren Bann. Ich hab endlich die Stimmen in meinem Kopf, um die ich in den letzten Wochen gebuhlt habe.
Aber da kratzt die andere Geschichte an der Tür.
Ich weiß, dass ich auch dort wieder sofort hineinfallen werde. Eine heftige Vorbereitungsphase liegt hinter mir und der Sidestep zur Liebesgeschichte hat das Gefühl dafür nicht verdrängt. Ich wäre gerne doppelt vorhanden. Dann könnte ich beide aus mir herausdrängen lassen, statt immer einen irgendwo wegsperren zu müssen. Ich arbeite dran!

Weil das Story-Hopping aber nicht auf Knopfdruck funktioniert, schiebe ich kurz was ganz Anderes dazwischen ...

Als verspielten Kindskopf habe ich mich unlängst schon geoutet. Jetzt gibt es ein weiteres Geständnis, das wahrscheinlich niemanden, der mich ein bisschen kennt, überraschen wird:
Ich schmeiße auch liebend gerne rauschende Feste!
Dazu ist mir jede sich bietende Gelegenheit recht. Profanes wie Geburtstage, Jubiläen oder Anlässe aus dem Jahreskreis lasse ich mir nicht entgehen. Erst recht muss natürlich die Freude über das Erscheinen eines neuen Buch-Kindes gebührend kund getan werden.
Und so beginne ich also langsam mit den Vorbereitungen für die Buchpräsentation von "Grenzenlos nah".

Die Location ist bereits gebucht. Das Catering vorinformiert und der geniale Cocktail-Mixer vom letzten Mal freut sich schon auf die Bestellungen - sagt er jedenfalls. Nun werden die Einladungen verschickt.
Ich bin kein Listen-Typ. Über die hab ich mich (hinter vorgehaltener Hand) immer ein bisschen lustig gemacht. Diesmal aber habe ich selbst eine angelegt. Mit Namen, Mailadressen, kommt/kommt nicht/vielleicht/bringt jemanden mit ... Ich versuche also ernsthaft, den Überblick zu behalten. Mal sehen, ob und wie lange es mit gelingt, den Chaoten in Schach zu halten, bevor ich zum Schluss komme, dass man das im Vorhinein nie so genau planen kann und dass es sowieso immer anders kommt, als gedacht ;-))
Auch dieses Mal möchte ich wieder einen kurzen Trailer zur Auflockerung erstellen. Ich habe schon ein paar Ideen - und "das Lied" ... das muss natürlich auch dabei sein. Hach, während ich damals meinen armen Jungen an Liebeskummer leiden hab lassen, hat's mich selbst auch ganz schön gedrückt ... das alles kommt wieder hoch, obwohl es schon ein Jahr her ist, dass ich diese Szenen geschrieben habe. Aber die Gefühle sind sofort wieder da.

Und dann weiß ich wieder, warum ich mir all die durchwachten Nächte, die Höhen und Tiefen, die Depri-Anwandlungen, Minderwertigkeitsgefühle und beinahe-Herzinfarkte antue! Es ist wie Malen mit allen Farben gleichzeitig ...
Ich fürchte, ich gehöre auch zu dieser Spezies, von der Rabenblut in ihrem Blogeintrag spricht: Ich fühle mich sowas von "positiv-bekloppt" :-) Und ich wünsche mir, dass es noch lange anhält.

Sonntag, 31. Oktober 2010

Hallo Wien!

Jedes Jahr zum 31. Oktober frage ich mich, wer all die Gespenster, Hexen und Klappergerippe in unsere Breiten eingeschleppt hat. In meiner Kindheit gab es am Tag vor Allerheiligen noch kein reges Kürbis-Aushöhlen, keine Kinderprozessionen um "Süßes oder Saures" und auch keinen wilden Tanz um das Hexenfeuer.
In Harper Lees preisgekröntem Buch "To Kill A Mockingbird" gab mir das Treiben der Kids von Anwalt Atticus Finch Rätsel auf. Ich brauchte Jahre, um herauszufinden, was die da mitten in der Nacht - und auch noch in Kostümen - getrieben haben.
Heute sind mir auf Schritt und Tritt Leute in spitzen Hüten, eingehüllt in Leintücher oder zumindest bewaffnet mit sensenartiger Gerätschaft über den Weg gelaufen. Ich bin mir nicht sicher, ob ich mich damit wirklich anfreunden kann. Ich empfinde das Treiben als fremd und vor allem künstlich aufgesetzt.
Bei Wikipedia lese ich nach: "Die amerikanischen Halloween-Bräuche werden im deutschsprachigen Raum erst seit den 1990er Jahren praktiziert, was im Besonderen von der Karnevalsartikelbranche gefördert wurde."
Ah ja. das leuchtet mir ein.
In diesem Sinne versuche ich die positive Seite der Medaille zu sehen (die mir auch in diversen Werbungen nahegelegt wird): Gehts der Wirtschaft gut, gehts uns allen gut.
Na dann: Happy und Hallo, Wien!

Donnerstag, 28. Oktober 2010

Hochdruck

Bei meinen Freunden gelte ich als hochgradig verspielt - was ich auch gar nicht leugnen will :-)
Hat doch das Schreiben oft auch Facetten von Spielerei - Gedankenspiele, Wortspiele, Plänkeleien zwischen Sinn und Unsinn - welcher Sprachverliebte kennt das nicht?
Manchmal fallen mir dabei so hübsche Worte ein, die mich mit ihrer Vieldeutigkeit zum Sprachjonglieren verführen.

Hochdruck ist so ein schönes Wort. Was für eine Palette an unterschiedlichen Stimmungsmachern hat es zu bieten!

1. Man kann auf Hochdruck an einem Projekt arbeiten (anstrengend, aber prinzipiell gut).
2. Auch das konstante Hochdruckgebiet verspricht meist schönes Wetter und erweckt positive Erwartungen auf Herbstspaziergänge in golddurchfluteter Natur.
3. Bluthochdruck hingegen ist schon ein zweischneidiges Schwert. Das kann man so oder so bewerten - je nachdem, was ihn auslöst. Klopft das Herz schneller, weil ich zu viel fettes Zeug gegessen habe? Oder weil mich eine aufregende Nachricht errreicht? Im Zweifel entscheide ich mich für Variante zwei ...
4. Und schließlich gibt es den Begriff auch noch aus der Druck-Technik. Ich erinnere mich an Schnitzarbeiten in der Schule, bei denen ich (mit Feuereifer und wahrscheinlich infolge erhöhter Verletzungsgefahr auch mit erhöhtem Blutdruck) auf Hochdruck Flächen aus einem Stück Linoleum geschabt habe, um anschließend ein tanzendes Trachtenpärchen auf Papier zu bringen.

Mein momentaner Hochdruck konzentriert sich auf Punkt 1, eingesprengselt mit meiner Wunschvariante von 3.
Nachdem die Entscheidung für die Doppel-Ich-Variante gefallen ist, fließen die ersten Seiten zu meinem neuesten Projekt aus meinen Fingern (Hochdruck-mäßig!) und erhöhen den Puls, sobald ich mich in die Geschichte fallen lassen darf.
Und dann hat mir gestern eine liebe Freundin noch so einen Blutdruck-Pusher beschert, als sie mir berichtet hat, dass mein "Grenzenlos nah" in der Buchklubbroschüre "Die 100 besten Bücher und Hörbücher" aufgelistet ist! Auch wenn ich (*shame on me*) noch nicht einmal wusste, dass es diese Broschüre gibt, freue ich mich nicht weniger über so eine feine Nachricht.

Außerdem habe ich die Bestätigung bekommen, dass der Wunschtermin für meine geplante Buchpräsentation am 26. November hält und ich an diesem Tag wieder die Location mieten kann, in der ich schon die "Schachzüge" der Welt vorstellen durfte.

Das vertreibt gleich so manche Sorgenfalten ... aber das ist eine andere Geschichte ...

Montag, 25. Oktober 2010

Er oder ich?

Nein, hier geht es ausnahmsweise nicht darum, wer den Müll hinausbringen soll oder zum Geschirrspüler-Ausräumen dran ist. Und es muss auch nicht entschieden werden, wer auf dem Gästebett schlafen muss :-)
Die Frage, die mich seit einigen Tagen umtreibt, ist eine der passenden Perspektive.
Einiges spricht dafür, zwei Ich-Positionen einzunehmen.
Ein Großteil der streng zeitlimitierten Handlung spielt sich in den Köpfen und den direkt daraus folgenden Entscheidungen der beiden Protagonisten ab. Was liegt da näher, als gleich direkt ihre Position einzunehmen und durch ihre Augen zu sehen? Damit wäre ich so nah an ihnen dran, dass ich nie Gefahr laufen würde, mich in Details zu verlieren, die die Handlung nicht direkt vorantreiben - bei meiner Neigung zu ausufernden Assoziationen kein Nachteil!

Andererseits nehme ich mir damit jeden Chance auf den Blick aufs Ganze. Es gibt immer nur subjektive Eindrücke, eine jeweils streng begrenzte Einsicht, und ich fühle mich wie ein Maler, der nur mit ein paar ausgesuchten Farben ans Werk gehen kann - weshalb das Bild letztendlich blass und lediglich angerissen bleibt. Ich habe Sorge, dass ich das, was ich in meiner Vorstellung so lebendig vor mir sehe, nicht ausreichend transportieren kann, wenn ich nicht auch manchmal ein 360°-Rundum-Panorama mitliefere.

Doch wie beim Müll-Entsorgen und Küchendienst bringt nur die Tat wirklich weiter :-)
Ich werde es wohl ausprobieren müssen, wer mir näher steht - er oder ich!

Sonntag, 24. Oktober 2010

Das schiffbrüchige Selbstbewusstsein

Was für eine lausige Bloggerin, die es im Oktober gerade einmal auf zwei Einträge gebracht hat! Ausreden gibt es natürlich wie immer jede Menge: ein überbordender Brotjob, Herbstgrippe, Geldsorgen, Schlafstörungen, Verwandtenbesuche ... alles dabei. Doch die Wichtigste fehlt: Exzessive Schreibtätigkeit ... Gleichzeitig wäre das die einzige Erklärung, die ich mir für meine Abstinenz wirklich gerne gegeben hätte.
Das soll sich jetzt ändern!
Ich habe beschlossen, mit den guten Vorsätzen nicht bis Silvester zu warten (bis dahin sammeln sich bestimmt noch genug neue an!) Vor drei Tagen ist nämlich mein schiffbrüchiges Selbstbewusstsein an Land gegangen. Nachdem ich gefühlte tausend Stunden nach der zündenden Idee gesucht habe, ist sie mir - einfach so! - in der U-Bahn begegnet. Wer mich kennt, weiß, dass ich ein unverbesserlicher Autofahr-Freak bin, der nur in absoluten Notfällen auf öffentliche Verkehrsmittel zurückgreift. Offenbar gelten für das Universum auch ideelle Notzustände. Auf alle Fälle bin ich dem Umstand zu Dank verpflichtet, der mich in diesen Waggon gezwungen hat, in dem das ideenspendende Werbeplakat hing. Und werte den Fund als eindeutiges Zeichen.
Seitdem klingt das vertraute Klappern der Tastatur wieder durch das Haus. Die Katzen kennen sich wieder aus, wo sie sich am schreibtechnisch kollateralschadengünstigsten platzieren können und die schlafgestörten Nächte erfahren Dank produktivem Plotweiterspinnen massive Aufwertung.
Sollten nun trotz aller guten Vorsätze immer noch die neuen Blogeiträge nur tröpfelnd aufscheinen, kommt wenigstens meine Lieblingsausrede zum Tragen: Wegen akutem Schreibanfall vorübergehend reduzierter Betrieb! Dadurch kann es zu längeren Wartezeiten kommen. Bitte entschuldigen sie die unregelmäßigen Intervalle.
So etwas kennt man ja als Öffi-Benutzer auch ...

Freitag, 15. Oktober 2010

Anker werfen

Wenns grad nicht so läuft, wie ich es gerne hätte, besinne ich mich auf einen Trick, der mir immer hilft. Ich suche nach etwas, worauf ich mich freuen kann. Und male mir Szenarien aus, in denen ich das heiß Ersehnte in die Tat umsetze / in Händen halte / zum ersten Mal ausprobiere (Passendes bitte ankreuzen!).
Je dicker die Suppe, desto glorreicher die Visionen.
Also habe ich heute ein Ticket nach Leipzig gekauft. Zur Buchmesse. Im März. Vier Tage, drei Nächte. Ich male mir aus, wie ich durch die Hallen streife. Wichtige Leute treffe (weil im Schlepptau von der kontaktfreudigsten Autorin, die ich kenne :-)). Kontakte knüpfe. Lesungen lausche. Bücher rieche. Lache. Lese. Leben spüre ...
Ich werfe den Anker nach dem Wow-Gefühl, das ich gerade so schrecklich vermisse und partout nicht zu fassen kriege. Und ich spüre es: Das Seil spannt sich und ich reite die Wellen, die mein Oben nach Unten kehren und mir suppendick die Sicht vernebeln.
Ich bin wieder obenauf.
Naja. Ein bisschen wenigstens.
Hoffentlich so lange, bis das schiffbrüchige Selbstbewusstsein wieder irgendwo an Bord geht.
Solange klammere ich mich an meinen Anker. Und die Vorstellung, dass sich Wünsche erfüllen.

Montag, 11. Oktober 2010

Ich schäme mich

Wer meine Bücher kennt, kann sich vielleicht auch ein Bild von meiner Lebenseinstellung machen. Ich habe gerade im letzten Jahr, im Zuge meiner Recherchen zu den beiden Geschichten mit "Integrations-Hintergrund" ("Störfaktor" und "Grenzenlos nah") viele spannende Menschen kennengelernt, die das Schicksal nach Österreich verschlagen hat - und über die sich Österreich mehr als freuen könnte.
Nein. Dafür schäme ich mich nicht!
Sondern für das Wahlergebnis des vergangenen Wochenendes.
Was müssen diese Menschen denken, die schon einmal alles verloren haben und nun in einem freien, sozial abgesicherten und friedlichen Land einen Neubeginn wagen? Die ihr Wissen, Können, Arbeitskraft und sich selbst einbringen? Wie fühlen sie sich nach so einer Demonstration von Engstirnigkeit, Ablehnung, Xenophobie?
Warum sind wir nicht in der Lage zu einem konstruktiven Miteinander?
Hat die Geschichte noch nicht genug gelehrt? Im Guten wie im Schlechten ...
Wie glorreich waren die Jahre, in denen das Sammeln von Weisheit und das Vereinen unterschiedlichster Kräfte zu einem konspirativen, sich gegenseitig befruchtendem Ganzen im Zentrum gestanden sind? Ich denke an die Zeit des friedlichen Zusammenlebens aller Glaubensrichtungen z.B. in Spanien, wo christliche und islamische Lebenshaltungen einander nicht ausgeschlossen, sondern inspiriert haben. Oder die beeindruckenden (Bau)Werke in Indien, geschaffen von weitsichtigen Herrschern, die nicht ausgegrenzt, sondern vereint haben.
(Um nur zwei willkürlich aus der Geschichte herausgegriffene Beispiele zu nennen - von denen es bestimmt noch viele mehr gibt).

Ich schäme mich dafür, in einem Land zu leben, wo Verhetzer, die Hass und Ausgrenzung säen, derart regen Zulauf bekommen - auch wenn ich in diesem Fall leider meine Stimme nur als entsetzter Bürger erheben kann, der im Nachbarbundesland zum Zuschauen verdammt ist.
Aber so ganz ohne Worte kann ich nicht zur Tagesordnung übergehen. Wenigstens hier möchte ich meine Stimme zum Protest erheben - und einen Aufruf zu Toleranz, Nächstenliebe und Integration über die Grenze schicken. Auch wenn mir klar ist, dass die Parolen der Verhetzer lauter klingen.
Doch sagte ich nichts, würde ich an meiner Scham ersticken ...

Montag, 20. September 2010

Brauchen wir Skandale?

Eben bei "Welt online" gelesen: Wie Deutschlands Buchverlage Skandale provozieren. Darin stehen einige Feststellungen, die mich sehr nachdenklich stimmen.

- Die Aussagen in den Büchern werden immer reißerischer, populistischer ...
Ist es wahr? Sind wir denn wirklich alle schon so abgestumpft, dass nur der lauteste Knall, die peinlichste Behauptung und der schamloseste Betrug Aufsehen erregen kann? Wo bleiben die leise Zwischentöne? Das vorsichtige Spielen mit den Emotionen? Die sanfte Stimulanz der Phantasie? Wo bleibt das Sehnen nach dem Perfekten - und sei es nur in der Vorstellung? Das Ziel, das uns auf den Weg machen lässt? Die Pause, die wir uns selbst gönnen, um in warmen Farben zu baden, die uns Wortakrobaten malen?
Das alles funktioniert aber nur ohne Paukenschläge, Trommelwirbel und Sensationslust. Die Phantasie ist scheu. Schnell verjagt von der Marktschreierei.

- Die sogenannte Midlist mit Auflagenzahlen zwischen 5.000 und 10.000 Stück bricht weg.
Diese Feststellung jagt mir den Schauer über den Rücken. Das ist doch wohl das Segment, das ich (und die meisten meiner schreibenden Kollegen und Freunde) bediene. Ich bin nicht geschaffen für den lauten Skandal. Ich stelle mich nicht marktschreierisch auf den Hauptplatz. Ich kann keinen Ekelplot erfinden, keinen Plagiatsskandal provozieren und bin auch mit keinem einzigen auch nur halbwegs medientauglichen Promi verwandt. Was bedeutet das für mich? Wird es in absehbarer Zeit keinen Programmplatz mehr für mich geben? Wird mein Lebenstraum vom (veröffentlichten!) Schreiben so schnell verpuffen, dass ich nicht einmal Zeit habe, wirklich aufzuwachen? Sollte ich es besser gleich lassen und mich nach einem anständigen - oder wenigstens reichen (?!?) - Mann für die Altersvorsorge umsehen?

Ich muss zugeben, dass trotz aller angeborenen Bereitschaft, auf das Wunschprinzip zu vertrauen, mein Optimismus nach so einer Lektüre einen saftigen Nasenstüber bekommt. Hat es denn überhaupt noch einen Sinn, wie der Frosch im Butterfass zu strampeln, obwohl nicht einmal mehr der Storch ein begehrliches Auge auf den kleinen Happen wirft? Steht der nicht inzwischen auch schon längst in der Masse und reckt seinen Schnabel nach scharf gewürztem Plastikkäse?

Ertappe ich mich da gerade bei dem Gedanken, ob sich nicht vielleicht doch wenigstens ein klitzekleiner Aufreger im nächsten Text verstecken ließe? Selbstverständlich gerade so auffällig, dass seine (provozierte) Entdeckung die Meute gieren lässt ...
Ich schäme mich. Der Anfall von Gefallsucht geht vorüber. Ich schwör's. Außer es wird demnächst die Selbstgeißelung als neues goldenes Kalb ausgerufen. Dann stehe ich in der ersten Reiehe - als Trendsetter, der diese Kunst immer schon am besten beherrscht hat ...

Mittwoch, 15. September 2010

Frauenpower - oder warum ich mich wieder stark fühlen kann

Die letzten Tage waren wie Bergsteigen mit Düsenantrieb!
Nach vielen Wochen stolpernder Durchquerungen von Tränentälern und Frustsümpfen haben mir ein paar wunderbare Menschen neue Wanderstöcke in die Hände gedrückt - die da waren: aufmunternde Worte und Gesten, Wegweiser zu neuen Perspektiven, handfeste Angebote, selbstlose Geschenke und liebevolle Gedanken ... und noch so vieles mehr, dass ich mit dem Aufzählen noch lange nicht fertig wäre. Meine lieben Kolleginnen und Mitkämpfer an vielen Fronten, Alice Gabathuler und Jutta Wilke haben davon in ihren heutigen Blogeinträgen erzählt. Ich kann dazu nur ergänzend abnicken. Was beide über das Geschenkt-bekommen sagen, trifft für mich in potenziertem Maße zu. Ohne ihre (und so vieler lieber Mitreisenden!) Unterstützung, Freundschaft, Nähe - auch über viele viele Real-Kilometer entfernt - wäre ich heute nicht wieder auf der Anhöhe, wo mir frischer Wind um die Nase weht und ich voll Stolz, Freude und Dankbarkeit die Augen über ein herrliches Panorama gleiten lassen kann.
Ich schreibe wieder, ich habe das Gefühl, meinen Aufgaben gewachsen zu sein, oder zumindest Lösungen dafür zu kennen. Ich fühle mich gebraucht, geliebt, getragen. Und ich fühle mich lebendig. Dafür schicke ich jetzt einen Dankesjodler in die Nacht - und spüre das Echo wie eine Umarmung.

Dienstag, 14. September 2010

Multitasking-Plotten

Mit diesem neuen Plot wage ich mich auf für mich neues Terrain.
Ich stelle mir das so ähnlich vor wie diese Episodenfilme, die ich so liebe: Sechs Schicksale, sechs Schlaglichter aus ihrem Leben, sechs Episoden, die sich irgendwo treffen, einander bedingen, beeinflussen - und dann vielleicht wieder auseinander driften ... oder auch nicht. (Lieblingsbeispiel: Tatsächlich ... Liebe oder - kürzlich gesehen - Valentines Day).
Ich frage mich natürlich, ob das in Schriftform überhaupt funktionieren kann. Es muss klare Unterscheidungsmerkmale für die einzelnen Perspektivträger geben. Klar. Aber ist das genug? Im Film habe ich Bilder, Gesichter, Schauplätze, Musik. Ist es realistisch, dass der Leser mir bei meinen oft wilden Sprüngen von einem zum anderen überhaupt folgen kann?
Es ist ein Abenteuer. Und ich will es unebdingt wenigstens versuchen.
Schon das Plotten war eine echte Herausforderung. Ich habe einige verzweifelte Versuche gebraucht, bis mir klar war, dass es zunächst kein "Nebeneinander", sondern nur ein "Hintereinander" geben kann. Also - die einzelnen Stränge schon brav einzeln durchkomponieren, ihren Weg zeichnen, aufschreiben und markieren. Und dann die Abläufe verflechten. Das gehört natürlich auch zeitlich genau kontrolliert: Wer tut was wann und bedingt damit das, was der andere anschließend tut? Und was mach ich, wenn zwei Dinge gleichzeitig passieren? Synchron schreiben??
Ich bin echt gespannt!
Das Plotten war auf jeden Fall schon ein großer Spaß!
Und so hat das ausgesehen:






Die Katze fand es zumindest schon mal recht interessant :-))

Sonntag, 12. September 2010

Anhaltendes Hoch

Wer hätte das gedacht? Noch vor ein paar Tagen konnte ich nicht mal einen geraden Gedanken fassen und heute in der Früh bin ich mit der nächsten Idee für eine "weniger normale" (*zwinker*) Liebesgeschichte aufgewacht. Aus Erfahrung weiß ich, dass man solche Schussfahrten in der Abfahrtshocke aussitzen muss, bevor der Gegenhang sie unweigerlich wieder bremst. Also hopp-hopp die Finger geölt und in die Tasten gehämmert!
Die Grundidee war schnell aufgeschrieben, aber für ein glaubwürdiges und doch nicht schon hundert Mal dagewesenes Gebäude drumrum hab sich meine Kreativzellen dann doch ein bisschen anstrengen müssen. Für heute bin ich zu einem Schluss gekommen, bei dem die Streicher alles geben dürfen und glückliches Seufzen obligatorisch vorgeschrieben ist. Ich bin gespannt, ob das morgen auch noch so ist, oder ob der dringende Wunsch nach ein bisschen Schlaf die rosa "passt schon"-Decke über die müden Knochen ausgebreitet hat. Wenn der Kuschelfaktor noch stimmt, spiele ich den Softball zuerst einmal an die Lektorin ab, bevor ich mich mit meinen neuen Jungs und Mädels auf die Kuschelcouch setze ... die - sorry, Leute! - ist für heute Nacht erst einmal nur für mich reserviert :-)

Samstag, 11. September 2010

Beflügelt

Ein paar Blogeinträge früher hab ich schon einmal über das Wohl und Wehe philosophiert, das Rezensionen bei Autoren auslösen können.
Mit meinem jüngsten Buchkind Grenzenlos nah durfte ich bisher auf glücklichmachende Weise schon ganz vielen "Wohls" begegnen. Erst vor ein paar Tagen gabs zwei Traumrezensionen auf Amazon und heute schenkte mir meine Mailbox eine weitere Nachricht, die einen Tag so richtig zum Leuchten bringen kann.
Auf Thalia-Online gibt es für die dort angestellten Buchhändler die Möglichkeit, Bücher zu bewerten, bzw. Buchempfehlungen auszusprechen. Bei der Flut an Neuerescheinungen empfinde ich so eine Extra-Bewertung beinahe wie einen Lottogewinn.
Ich bin immer noch ganz stromdurchflutet (und habe vor lauter Freude gleich 14 Seiten an meinem neuen Plot weitergearbeitet ... Zuspruch beflügelt offenbar ebenso gut wie Schokolade ;-)).

So schmeichelnde Sätze wie "... Tolle Sprache und irre gute Geschichte! Für alle Mädchen (und auch Jungs!), die mehr als "nur" eine Liebesgeschichte lesen wollen ..." lassen wirklich keine Wünsche offen (und kein Auge trocken ... zumindest nicht meins!)
Aber jetzt hör ich auch schon wieder auf mit der Selbstbeweihräucherung, bevor der Größtenwahnsinn mich überwältigt. Nur eins noch: Erinnert mich doch bitte daran, wenn ich wieder mal in meinem Loch sitze und am Leben im Allgemeinen und meinem Scheitern im Besonderen verzweifle, dass da noch irgendwo diese Dose Glücksgefühl herumsteht. Dann will ich sie hervorkramen und den Deckel vorsichtig anheben. Für alle möchte ich sie bereithalten, die nach einer Prise Glücklichsein dürsten.
Da stell ich sie her! Damit wirklich jeder in Notzeiten darauf Zugriff hat - inklusive mir :-)

Donnerstag, 9. September 2010

Ein Durchbruch!

Was so ein liebesvolles Schokoding alles bewirken kann!
Gleich nachdem das letzte Stück auf meiner Zunge zerschmolzen war, hab ich zu schreiben angefangen. Und ich hab geschrieben ... und geschrieben ... und geschrieben. Bis jetzt. Vierzehn DIN-A4-Seiten habe ich in meinem dicken schönen schwarzen Schreibtagebuch gefüllt. Nun habe ich alle meine Eckpunkte beisammen. Ich kenne von sämtlichen Protagonisten ihre Motivationen, ihre Defizite, ihre heimlichen Bedürfnisse und die Fakten, die ihnen auf dem Weg zu deren Erfüllung fette Knüppel vor die Beine werfen. Ein Puzzlestein nach dem anderen hat sich zusammengefügt. Aus dem Nebel haben sich ihre Ecken und Kanten, ihre Sorgen, ihr Herzklopfen und ihre Enttäuschungen geschält. Ich habe sie nicht geschont. Und mich auch nicht.
Je weiter ich in ihre tiefsten Schichten und Geheimnisse vorgedrungen bin, desto klarer ist mir der Zusammenhang zwischen den einzelnen Schicksalen geworden. Schicht um Schicht hat sich wie von Zauberhand ein Teppich gewoben, bis sich ein buntes Gemälde vor mir ausgebreitet hat.
Freilich fehlt noch so mancher Kettenschuss. Und die Verknüpfung zu einem Bild, das dann auch wirklich hält, wird noch einige weitere Nachtstunden von mir einfordern. Aber ich habe jetzt keine Angst mehr davor, daran zu scheitern. Denn sie haben sich mir offenbart. Und alles passt einfach wunderbar zusammen. Kein Widerspruch, keine an den Haaren herbeigezwungene Not-Erklärung. Ihre Handlungen wirken allesamt stimmig - in sich und einander bestimmend.
So Herzklopfen vor Glück hatte ich schon lange nicht mehr!
Oh, what a feeling!
Welch ein Geschenk ... nein, nicht nur eines! So viele an einem Tag ...
Danke - schon wieder! Danke.

Mittwoch, 8. September 2010

Trostschokolade

Heute lag ein quadratisch-gelbes Päckchen in meinem Briefkasten. "Schokopost" stand dezent in einer Ecke. Schnell wars mit neugierigen Fingern aufgeklappt - ein freundliches Sonnenblumenfeld lachte mich an. Und gleich dahinter so liebe Worte, beladen mit Mutmachern, Streicheleinheiten und Wärme, dass mir schon wieder mal ganz heulsusig zumute war.
Noch nicht genug der liebevollen Zuwendung, schälte ich aus der Schachtel auch noch eine Glitzerlage schokoladiges Süßzeug - unwiderstehlich, zart schmelzend und genau das Richtige, um mir meine guten Vorsätze gleich noch ein bissl schmackhafter zu machen. (Nein! Nicht abnehmen :-)) Endlich wieder an meinem Plot weiterarbeiten!)

"Tausend Mal Danke!" tippe ich, weil ich eigentlich sprachlos bin. Wer solche Freunde hat, braucht sich echt vor nichts zu fürchten!

P.S.: Ich hätte ja gerne ein Foto von den herzwärmenden Köstlichkeiten gemacht und es hier eingestellt. Aber ich hab die Suche nach dem Fotoapparat vorzeitig abgebrochen, weil in der Zwischenzeit leider bereits alles verputzt war ... Mmmhhh ...

Montag, 6. September 2010

Lichtblicke

Gerade habe ich auf Amazon zwei überaus schmeichelhafte Rezensionen zu meinem aktuellen Herzbuch "Grenzenlos nah" entdeckt! Die Freude ist riesig - gerade in einer Phase großer Unsicherheit und Umbrüche. Und ich will mir jetzt auch gar nicht die Frage stellen, wie gefährlich es sein kann, sein Selbstbewusstsein von so unberechenbaren Faktoren wie Zuspruch aus dem Internet abhängig zu machen.
Ich freu mich einfach! So.
DANKE!

Freitag, 3. September 2010

Ausverkauf

Heute Abend hatte ich ein sehr tiefgehendes Gespräch.
Dabei ist mir klar geworden, dass meine selbstauferlegte Disziplin ein reines Ablenkungsmanöver ist. Nicht meine Protas tanzen mir auf der Nase herum, sondern ich versuche mich hinter ihnen zu verkriechen. Diese tropfende Abfolge von Stunden um Stunden, die angeblich mein Leben sein soll, wird nicht von mir selbst bestimmt, sondern von einem Bündel an unaufgearbeitetem Irrsinn, das immer dichter aufschließt, je enger ich mich an die Wand drücken lasse.
Mit dem Rücken zur Wand schreibt es sich nicht gut. Nein, nicht einmal an Denken ist zu denken. Die Luft ist knapp. Kein Wunder - bei so vielen Schlingen um den Hals. Es wird Zeit, das Atmen wieder zu lernen. Und nach Hause zu kommen. Wo auch immer es sich versteckt hält ...
Mein Rucksack ist zu schwer. Nichts als Ballast. Wer hat mir das alles zugesteckt? Oder war ich selbst der Messi? Auf den Flohmarkt damit! Dann klappt's vielleicht auch wieder mit dem Leben.

Mittwoch, 1. September 2010

Dompteursarbeit

Seit zwei Tagen arbeite ich intensiv und hochmotiviert mit ein paar wunderbaren Autoren-Kollegen an meinem neuesten Exposé. Ihre gezielten Fragen sind oftmals schweißtreibend und führen mir vor Augen, in welchem Stadium der Planung ich mich gerade befinde ... um ehrlich zu sein, habe ich momentan viel öfter den Eindruck, nur schrecklich schwammige Vorstellungen davon zu haben, wer was wann wo und wie tut und warum, als genau zu wissen, wo die Reise hingehen soll.
Noch baumeln viele Stränge lose im Raum herum. Perfekte Stolperfallen - und ich nehm sie alle!
Knüpfe ich dort einen Knoten, tun sich daneben hundert neue Fäden auf.
Ich habe das Gefühl, einen Flohzirkus unter Kontrolle bekommen zu wollen.
Aber gleichzeitig entstehen Bilder im Hirn, und der brennende Wunsch, damit bald weiße Seiten zu füllen.
Trotz aller Angst, ihrer nicht Herr zu werden, bin ich neugierig, wohin mich meine Ideen letztendlich führen werden. Und sollten sie es gar zu bunt treiben, muss ich halt mal mit der Peitsche knallen. Mit Speck fängt man Mäuse. Aber mit Disziplin bring ich sie (hoffentlich!) zum Tanzen ...

Sonntag, 29. August 2010

Küchentischgeplauder

Sie sprechen wieder mit mir!
Das war aber auch wirklich in allerletzter Sekunde. Denn schließlich beginnt morgen die Arbeit in der Exposé-Gruppe und mein Ding war bis eben noch in einem äußerst besorgniserregenden Zustand ... Wahrscheinlich habe ich inzwischen einen so verzweifelten Eindruck hinterlassen, dass sie über ihren Schatten gesprungen sind.
Zuerst ist Moses aufgetaucht. Ich hab grad in der Eierschwammerlsoße (Anm. des Übersetzers: = cremige Beilage aus Pfifferlingen) gerührt und beinahe vor Schreck den Kochlöffel in der sämigen Brühe verloren, weil er seinen wohlgeformten Zeigefinger eingetaucht und mit einem leisen Schmatzen anerkennend "Mmmhhhh" gemacht hat. Dabei hat er mir verraten, dass er selbst von der Kochleidenschaft getrieben ist und leider viel zu selten seine Nase in duftende Kräuter und spannende Gewürze stecken kann. Dabei hat er mir zugezwinkert, als ob ich daran was ändern könnte!
Naja - vielleicht hat sein Zwinkern ja auch gar nicht mir gegolten, sondern der hübschen Brünetten, die lässig am Türrahmen gelehnt und mit kritischem Prüfblick die Ausstattung meiner Kochnische abgecheckt hat. Nicht, dass sie sonderlich an der Herstellung meines Menüs interessiert war. Ich glaube, es trieb sie viel mehr die Suche nach ihrem ebenbürtigen Gesprächspartner in einer Diskussion, die offenbar bereits vor meinem Beisein begonnen hatte.
Gefühlsmäßige Defizite, protokollierte ich rasch und grinste sie an, bevor sie misstrauisch werden konnte. Mit einem festlich gedeckten Tisch und dampfenden Knödeln (=Klößen?) haben ich sie dann endgültig aus der Reserve gelockt. Mein Stift konnte nicht schnell genug über die weißen Seiten meines Tagebuchs flitzen, so freimütig ging sie aus sich heraus. Liebe geht halt doch durch den Magen!
Mein Moses hat das offenbar auch schon geschnallt. Auch wenn seine Anziehungskraft solch schnöde Hilfmittel eigentlich gar nicht nötig hätte. Wie sich herausgestellt hat, könnte er gleich unter mehreren Anwärterinnen wählen - wenn er denn wollte.
Die zweite, eine süße Kleine - dunkel, mit magisch strahlenden Augen - hat sich noch ein bisschen im Hintergrund gehalten. Das ist so ihre Art. Liebe drängt sich nicht vor. Sie ist ein Angebot ohne Ablaufdatum. Was ganz Besonderes halt.
Ich war regelrecht dankbar, dass sich mein Diabolo diesmal bedeckt gehalten hat. In meiner Küche wäre es sonst echt eng geworden. Und außerdem hätte er bestimmt wieder Zoff gemacht. Ich kenn ihn ja schon ein bisschen. Es hat schon genügt, nur in geheimnisvollen Andeutungen vorzukommen, um auch Mädels mit Gefühlsdefiziten aus der Bahn zu werfen. Er hat nichts verlernt ist der Phase des großen Schweigens ...

Jetzt hab ich fünfzehn vollgekritzelte Seiten und einen linken Mittelfinger, der erhebliche Druckstellen aufweist. Aber ich kann es kaum erwarten, das alles in meine Psychogramme zu übertragen, die ich von meinen Protas anlege, bevor ich sie endgültig auf einander loslasse. Wobei ich in diesem Fall befürchte, dass die auf meinen Startschuss nicht gewartet haben.

Aber was. Mir solls recht sein! Gibt es denn besseres, als aktive Protagonisten, die meine Gerichte mit aufregenden Details würzen?

Dienstag, 24. August 2010

Plotgerangel

Das hab ich jetzt davon.
Was als Überbrückungshilfe auf dem Weg zum Wiedereinstieg ins Schreiben gedacht war, verselbständigt (oder verselbstständigt??? Sieht extrem blöd aus, aber ist das nicht die neue Rechtschreibregel??) sich gerade in meinem Kopf. Jetzt hab ich nicht nur eine Geschichte, die mir durchs Hirn tobt, sondern die Mannschaft hat sich glatt verdoppelt. Diese mit Trick erschlichene Idee zeigt enorme Willenskraft. Wenn mein hübscher Todesengel nicht aufpasst, stieht ihm ein Mädel und ihr ausgeflippter Freund noch die Show!
Dabei sollte ich mich jetzt wirklich rasch auf den - wie ich hoffe - anspruchsvollen Plot konzentrieren, den ich in einer Woche in der Exposé-Gruppe auf die Füße stellen will. Um ihn dann nahtlos in der darauffolgenden Plot-Gruppe auf die gefällige Reihe zu bekommen. Deshalb habe ich auch heute tapfer damit angefangen, die herumschwirrenden (B)Engel an die Gerüst-Leine zu legen. Dabei haben sie mir erschreckend deutlich gemacht, wie wenig genau ich sie alle miteinander noch kenne - geschweige denn ihre verschlungenen Pfade, auf die ich bisher vielleicht grad mal die kleinen Zehen setzen durfte.
Noch bin ich nicht panisch. Nein. Nur leicht aufgescheucht. Unter normalen Umständen bin ich ein unerschrockener Ideen-Dompteur. Und wenn ich jetzt nicht wieder die Zügel aus den Händen gebe, sollte die Dressur immer noch zu schaffen sein.
Ja, wenn da nicht diese neue Idee wäre. Bei der alles schon so verlockend geordnet und easy rüberkommt ... Die mir ein süßes "Schreib mich doch als erstes" in Ohr und Achtfingersystem träufelt.
Aber sicher doch schreib ich dich! Nachher gleich! röchel ich zurück und seufze ob meiner eisernen Disziplin. Was eigentlich irrwitzig ist, denn für den neuen Plot gibts sowas wie eine Verlagsanfrage, während die Engel dagegen noch in den Sternen stehen (wo sie im Grunde genommen ja auch hingehören ;-))
Jaja, ich war noch nie dafür, mir irgendwas besonders leicht zu machen.
Noch dazu, wenn auf der anderen Seite ein herrlich sperriger Charakter darauf wartet, umworben und erlöst zu werden.
Sorry, Leute. Das Schwierige hat mich immer schon mehr gereizt, als die aufgeschüttelten Kissen. Und wenn ihr mit mir um den Startplatz rangeln wollt, nehme ich die Herausforderung an. Und weiß doch jetzt schon, wer dabei die Pole-Position inne hat :-))

Mittwoch, 18. August 2010

Seitensprung

Das beste Mittel, sich für einen unerreichbaren Angebeteten interessant zu machen, ist das Vortäuschen von Gleichgültigkeit. Das haben wir schon im zarten Kindergartenalter gelernt, als es noch um den besten Platz im Sandkasten oder das neue rote Kübelchen ging und nicht um so lebensentscheidende Dinge wie die große Liebe.
Das Rezept ist zwar fehleranfällig, aber manchmal erwachsen aus solchen Übersprungshandlungen sogar richtig brauchbare Ergebnisse.
So geschehen heute des nachts, als ich wieder einmal nicht schlafen konnte, weil mein schöner Engel mir immer noch die kalte Schulter zeigt. Also hab ich mich an den Computer gesetzt und einen Ratschlag befolgt, den ich (übrigens nicht zum ersten Mal) von einem Schreibkollegen erhalten habe: Schreib einfach irgendwas ...
Gesagt - getan.
Und jetzt halte ich einen kompletten Plot in Händen - für einen Liebes-Entwicklungsroman, den meine Lektorin bis Ende September haben wollte.
Danke, lieber Engel, fürs Zicken! Ohne dich hätte mich meine Verzweiflung nie in dieses gut versteckte Eck geführt, in dem wahrscheinlich schon seit Jahren diese Idee geduldig gewartet hat.
Soll noch einer sagen, dass ein Seitensprung was Verwerfliches ist ...

Dienstag, 17. August 2010

Um den Plot balzen

Sagt es etwas über die Qualität eines Plots aus, wenn ich wahre Balztänze aufführe, ohne ein sichtbares Zeichen, von ihm vielleicht doch irgendwann einmal erhört zu werden? Ist er nur besonders schüchtern, zickig - oder einfach nicht an mir interessiert? Wird daraus irgendwann die größte Liebe meines Lebens? Oder sollte ich ihn gehen lassen und mich nach einem neuen potenziellen Partner in spe umsehen?
Manchmal verrennt man sich ja auch in eine Sache. So sehr, dass alle Umstehenden schon die Hände ringen und einem zur Vernunft raten - die aber gerade am weitesten von allen guten Ratschlägen entfernt ist.
Das haben wir doch alle schon einmal erlebt: Da steht er (resp. sie - je nach Betrachter und Vorliebe) - der lebendig gewordene Traum aller Träume. Man denkt, dass man ohne ihn keine Minute mehr verbringen will. Dass sich alles erfüllt, für das man jemals Wimpern, Sternschnuppen oder Trippelzahlen in Autonummern geopfert hat. Und am Anfang schauts auch richtig vielversprechend aus. Hier ein scheuer Blick, vielleicht sogar ein Augenzwinkern. Das Paradies breitet sich bereits vorm inneren Auge aus und lockt mit bunten Farben.
Aber dann geht nicht so recht was weiter. Man kommt nicht in die Gänge. Das Gespäch verbbt, obwohl es gerade noch beginnenden Tiefgang abgedeutet hat. Man sitzt über halbfertigen Liebesbriefen und fragt sich, ob der Angebetete sie lesen wird. Ja, ob er es denn überhaupt wert ist, sich noch weiter dermaßen zu verausgaben.
Ein Blick auf sein außergewöhnliches Erscheinungsbild lässt zwar wider jede Vernunft das Herz gleich wieder höher schlagen, aber die Distanz ist gleichbleibend bis wachsend - je nach Gemütszutand und Selbsteinschätzung (die sich wiederum zur Entfernung des Angebeteten diametral sinkend verhält).
Nein! So schnell gebe ich nicht auf!
Mit ein bisschen mehr Strategie statt blinder Liebe lässt sich vielleicht doch ein Plan schmieden, der so attraktiv ist, dass er nicht widerstehen kann.
Mehr Handwerk - weniger Gefühlsduselei.
Für die ist dann wieder genug Zeit, wenn ich ihn erst in meinen Fängen hab ...

Sonntag, 15. August 2010

Nachhaltigkeit

Rund um den Erscheinungstag meines "Herzensromans" kommen viele Bilder wieder in mir hoch, und ich merke, wie nachhaltig ich von der Arbeit an diesem Roman immer noch beeinflusst bin. Die Geschichte hat was mit mir angestellt. Sie hat meine Aufmerksamkeit geschärft für das, was einzelne Menschen bewirken können, weil sie nicht wegschauen ...

Voriges Jahr im Mai - ich hatte gerade glücklich meinen zweiten Krimi bei Thienemann abgeliefert - rief mich meine Lektorin an. Sie hätte da mal eine Frage: Ob ich mir auch vorstellen könnte, eine Liebesgeschichte zu schreiben. Sie wäre von dem psychologischen Tiefgang meiner Protagonisten jedes Mal wieder begeistert ...
Ganz abgesehen davon, dass so viel Lob runter geht wie Öl - und nachdem ich mir (als eigentlich verhinderte Fantasy-Autorin) noch vor einem Jahr nicht einmal vorstellen konnte, jemals einen vernünftigen Krimi zu Papier zu bringen - brachte mich ihr Ansinnen nur kurz aus der Ruhe.
Klar! Gerne! Eine andere Antwort war nicht programmiert.
Also: nix wie mit offenen Augen durch die Gegend laufen und die im Mai gehäuft auftretenden Pärchen belauschen :-) Der Wiener Schmelztiegel von Altösterreichischen Überbleibseln aus den ehemaligen Kronländern, langjährigem Zuzug aus den Ost- und Südländern und der letzten großen Flüchtlingswelle während des Jugoslawienkriegs bietet ein unermessliches Potenzial an Beziehungsmöglichkeiten, die mich schon immer fasziniert haben. Der Krieg in Ex-Jugoslawien hat ja praktisch vor unserer Haustüre stattgefunden. Da wegzuschauen war so gut wie unmöglich. Und auch 15 Jahre nach seinem Ende finden sich in Gesellschaft, Politik und (Beziehungs-)Wirtschaft jede Menge spannender Spuren. Auf eine solche habe ich mich gesetzt - und dabei so viel Glück mit einzigartigen Begegnungen gehabt, dass ich immer mehr den Eindruck gewonnen habe, für genau dieses Buch einen Auftrag bekommen zu haben - von wem auch immer!

Da war dieser Krieg. Da ist immer noch so viel Zorn, Hass und Trauer. Und trotzdem finden sich dazwischen Blumen der Hoffnung. Mut. Lachen. Freude am Hiersein - und eine ganz besondere Liebe.
In dem Maße, in dem ich mich auf meine Protagonisten eingelassen habe, bin ich selbst freier geworden. Frei von Ängsten vor dem "Fremden", frei von Vorurteilen, frei von Ausgrenzung und Engstirnigkeit. Ich habe mich gefühlt, als wäre ich eine von ihnen. Wenn ich das nur zu einem kleinen Teil in meine Geschichte hineinverpacken konnte, ist mir mehr geglückt, als ich mir zu Beginn vorgestellt hatte.
Ich fühle mich so reich beschenkt!
Und ich wünsche mir nichts mehr, als damit auch andere zu erreichen. Anzustecken mit dem Wunsch, ein kleines bisschen von dem wieder heil zu machen, was kaputt gegangen ist. Wieder mehr ein Mensch sein zu können, der auf andere zugeht, statt die Tür zuzuschlagen.
Das hab ich aus meiner Arbeit an dem Roman mitgenommen - und eine riesen Portion Wohlfühlen und Glück als On-Pack dazubekommen.
... auch wenn das jetzt ganz schön pathetisch klingt :-)

Freitag, 13. August 2010

Gedankenlasso

Die letzten Wochen hatte ich große Schwierigkeiten, mich zu konzentrieren. In manchen Stunden hatte ich sogar die Befürchtung, dass das Schicksal mich aus meinem eigenen Leben in eine Rolle gedrängt hätte, die mit meinen Vorstellungen, meinen Plänen und Träumen rein gar nichts mehr gemeinsam hat. Nach wie vor vollführe ich einen Eiertanz zwischen "müssen" und "nicht anders können". Ich schleiche mich über Umwege in meine heimlichen Nischen, die von meinem Leben noch übrig sind - und habe dabei das Gefühl, immer nur kleine Fetzchen zu rauben - ohne Ziel und mit dem erschreckenden Wissen um ihre Unvollkommenheit. Wie ein Ertrinkender, der nach allem schnappt, was so vor seiner Nase vorbeischwimmt.
Ich darf mich nicht wundern, dass meine Gedanken sich nicht ordnen lassen. Für einen stringenten Aufbau fehlen einfach zu viele Puzzleteile. Da stehe ich mit den Versatzstücken und drehe sie ratlos in den Händen.
Was hab ich mir dabei gedacht? Wo wollte ich mit dieser Idee hin? Und wer zum Teufel ist Ezekiel?
Wieder einmal sind meine Romanfiguren ein entscheidender Teil der Zuflucht, in die ich mein Rest-Sein zu retten versuche. Und die verstümmelten Informationen zu einem Plot, der immer wieder zum Greifen nah ist, bevor der Schicksalssturm in die Sandburg bläst, fange ich mir unermüdlich mit meinem Lasso ein.
Spielt doch alle verrückt, da draußen! Solange ich noch einen Stift halten (respektive eine Tastatur bedienen) kann, lass ich mich nicht unterkriegen!

Mittwoch, 11. August 2010

Die Angst des Autors vor miesen Rezensionen

Am Freitag ist es ja wieder einmal so weit: "Grenzenlos nah" kommt in den Buchhandel - und momentan fühle ich mich, als wäre damit die Jagdsaison eröffnet und ich höchstpersönlich zum Abschuss freigegeben.
Gestern hab ich meinen Schreib- und Plot-Durchhänger (zu Alice rüberwink!) dazu genützt, durch den virtuellen Buchladen namens Amazon zu stromern. Ganz masochistisch hab ich mich nach Buchprojekten umgeschaut, die in die Richtung meines neuesten Projektes gehen - nur um festzustellen, dass meine Idee gänzlich unoriginell und inzwischen in hundertfacher Abwandlung bereits geschrieben worden ist. Und nicht genug damit, habe ich auch noch in den dazugehörigen Rezensionen gewühlt. Da fand ich so Kommentare wie "ein mittelmäßiges Buch (fast) ohne neue Ideen" und "Netter Lesestoff für ein paar Stunden, doch ein fantastisches Buch ist es nicht" ... und das waren eigentlich noch die netten 3-Stern-Rezis. Die ganz schlimmen hatten dann schon wieder etwas Satirisches.

Nicht, dass ich davon persönlich betroffen war. Diesmal nicht.
(Auch wenn ich so ein ähnliches Erlebnis auch schon mal hatte.)
Aber ist das nicht genau mein Ziel? Endlich einmal ein Buch zu schreiben, für das sich möglichst viele Menschen tatsächlich interessieren? Für das sie sich zu Rezensionen aufraffen und diese ins Netz stellen?
Was denn nun? Darf ich dann wehleidig das Gesicht verziehen, wenn es nicht nur Lob regnet? Sondern auch (manchmal vielleicht sogar unqualifizierte) Schelte auf mich niedergeht? Was will ich?

In echt? Mein neuer Roman soll ein Renner werden. Die Auflage sich wie warme Semmeln verkaufen. Euphorische Rezensenten überschlagen sich vor Lob und Begeisterung ... naja, das volle Programm an irrationalen Wunschträumen halt ;-))

Ist nicht viel eher folgendes Szenario die Realität? Eines der rund hundertausend Neuerscheinungen pro Jahr im deutschsprachigen Raum erblickt das Licht der Welt, wird hoffnungsfroh in ein paar Regale eingeschlichtet und steht dann dort - bis zur nächsten Welle der neuesten Neuerscheinungen. Wenn es dazu eine Rezension gibt, kann man schon froh sein. Wenn die auch noch nicht ganz vernichtend ausfällt, ist ein Dankgebet fällig.
Ich frage mich ernsthaft, ob ich nicht gerade einen völlig falschen Dampfer genommen habe. Und deswegen so hirnentleert vor mich hindümple.

Sonntag, 8. August 2010

In Love with the Beast

Ich frage mich gerade, ob ich es bedenklich finden sollte, dass ich dabei bin, mich ein kleines bisschen in meinen Antagonisten zu verknallen. Letzte Nacht hab ich von ihm geträumt ... und heute hat er sein Leben vor mir ausgebreitet. Als wollte er, dass ich ihn kennenlerne. So wirklich. Wie jemand, der sich wünscht, von dem Menschen, der ihm wichtig ist, verstanden zu werden.
Du bist meine Erfindung! - rufe ich mich zur Ordnung - und ertappe mich dabei, mir seinen very sexy Körper vorzustellen.
Er achtet auf sich. Hält seinen Body in Schuss. Muss er auch. Schließlich ist er sein Überlebenskapital. Und ist dabei so herrlich geheimnisvoll. Wie ich Männer eben mag. Klug. Wortkarg. Gut gebaut. Konsequent. Und gleichzeitig inwendig so verletzlich wie ein Vögelchen im Nest. Er hats nicht leicht gehabt. Und er hat es sich auch nicht leicht gemacht. Ein Mann, der zu seinen Taten steht. Und sich dafür härter verurteilt als jedes Gericht der Welt.
Eine tragische Figur?
Vielleicht. Aber auch stark. Und brutal.
Wie hat Nikola im letzten Kommentar so schön geschrieben: Der Bösewicht ist zu jedem Verrat bereit. Weil ihm das Leben jede Moral abgekauft hat.
Das soll seine Taten nicht entschuldigen. Aber er bietet damit dem Leben seine ungeschützte Kehle. Wie ein Betteln um die gerechte Strafe.
Ehrlich: Wer kann so einem BeastyBoy widerstehen?
Ich offenbar nicht.
Ich seh schon. Da kommen noch ein paar schwere Z/Seiten auf mich zu :-))

Freitag, 6. August 2010

In der Haut des Antagonisten

Ich wundere mich immer wieder.
Der erste, an den ich mich bei einem neuen Projekt anpirsche, ist jedes Mal wieder der Bösewicht. Ich mag diese vielschichtigen, undurchsichtigen, spannenden Charaktere, die so viele Gründe auf Lager haben, warum sie so sind wie sie sind. Wie sie vom Leben gebogen und gebrochen wurden. Oder dass sie sich auch manchmal einfach nur nicht an die Spielregeln halten wollen. Das ist verdammt spannend. Und ich muss zugeben, dass ihnen oft der größte Anteil meiner Sympathie gehört.
Sie kämpfen am härtesten. Und ihre Chancen stehen einfach nicht so gut, wie bei den anderen, den Guten, den Helden der Geschichte. Das Leben ist nicht fair. Aber sie geben deswegen noch lange nicht auf! Am Eindringlichsten finde ich, wie sie sich auflehnen. Nicht akzeptieren, dass sie dazu geschaffen sind, das Gegengewicht darzustellen. Ja. Sie schnappen nach dem Herrl. Sie zeigen mir die Zähne. Oder die kalte Schulter. Oder ein überhebliches Grinsen. Aber niemals ist ihnen egal, was ich ihnen auf den Buckel lade.
Und ich kann nicht anders, als sie dafür wenn schon nicht zu lieben, so doch zutiefst zu bewundern.
Heute habe ich den ganzen Tag mit meinem Antagonisten verbracht. Ich habe ihn reden lassen. Habe die Kälte seiner Existenz in den Knochen gespürt. Und die Sehnsucht nach Liebe - versteckt unter einem Haufen von Regeln und Vorschriften und Gegebenheiten. Und ich hab ihn in den Traum von dieser Liebe hineinschnuppern sehen - und das Erschrecken vor den tiefen Gefühlen miterlebt, mit denen er weder umgehen kann, noch sie sich überhaupt zugesteht.
Noch glaubt er sich in seinem gewohnten Lebenstrott. Aber ich weiß es schon jetzt: Die Liebe wird ihn einholen. und er wird mit einem Glücksgefühl und aus freien Stücken daran scheitern ...
Oder auch siegen. Wie man's sehen will.
Genau das sind die starken Momente.
Ihnen in diesen Momenten nahe zu sein - dafür lohnt es sich, ihnen eine Weile genau zuzuhören.

Donnerstag, 5. August 2010

Instanzenfrage

Ich will.
Die letzten Blog-Einträge beweisen es anschaulich: Ein gewisses K(r)ampfverhalten prägt meinen Alltag und mein Denken. Solange es noch ohne das (r) ausgekommen ist, war es ein wichtiger Motor. Antrieb, Steuerung, Orientierung bei schwerem Seegang. Die Schlaflosigkeit hatte schließlich einen wichtigen und guten Grund.
Die letzten Tage aber hat sich das (r) immer mehr in den Vordergrund gedrängt. Und damit Sand ins Getriebe gestreut. Das Urteilsvermögen getrübt. Den Geruch von Unfähigkeit und Hilflosigkeit verbreitet. Und die Kraft, die aus der Bereitschaft erwachsen war, dem Schicksal eine breite Stirn zu bieten, gegen mich selbst gerichtet.
Als ich eben bei Christas Schreibteufelchen reingelesen habe, hat es in meinen Ohren geklingelt, wie eine ganze Rasselbande auf einer Glöckerlpartie.
Es ist verständlich, dass ich gerade bei meinem ersten Projekt "mit Agentur" am liebsten den ganz großen Wurf abliefern wollen würde. Und dass ich dabei auf den Markt schiele, bis mir die Augen im Kopf weh tun.
Aber es schießt sowas von am Ziel vorbei, wenn ich dabei meine eigene Stimme nicht mehr zu Wort kommen lasse - weil ich sie nicht für kompetent genug erachte, über Marktbedürfnisse und die ganz großen Erfolgsgeheimnisse Bescheid zu wissen.
Und wenn schon! Das ist ja auch nicht ihr Job!
Meine innere Stimme ist dazu da, mir zu erzählen, was mir auf der Seele (und unter den Fingern) brennt. Sie ist meine einzige Instanz, auf dich ich mich wirklich verlassen kann. Und genau das will ich wieder tun.
Jetzt.
Heute.
Mit meinem neuen Projekt.
Auf der nächsten neuen Seite in meinem Buch.
Denn etwas anderes - und besseres! - kann ich nicht tun.
Ich muss das schreiben, was in meinem Hirn entsteht.
Dem Film folgen, den mein Kopfkino abspult.
Ob das dann Top oder Flop wird - wer weiß das schon?
Kein Blick in die Kristallkugel, keine Prognosen, keine Zukunftsvisionen können so stark sein wie das Gefühl, eine Geschichte so zu schreiben, wie sie mir von meiner Vorstellungskraft diktiert wird.
Es wird immer nur so gut, wie sehr ich es schaffe, mir selbst beim Schreiben treu zu sein. Darauf kommt es doch an.
Und genau das will ich.
Wieder. Ab sofort.
Ich will.

Mittwoch, 4. August 2010

Ein-Schnitt

Heute Früh kommt mir ein Gedanke.
Beim Rundum-Blick über meinen Garten, in dem fleißige Menschen dem wuchernden Wildwuchs an den Kragen gehen. Überall liegen abgeschnittene Zweige. Frisch duftender Rindenmulch ist um die samstäglich gepflanzen Neuzugänge angehäuft. Wege und Terrasse von Nadeln und welkem Laub gesäubert.
Der Gedanke kommt wie ein Blitzschlag.
Wonach sehne ich mich? Was will ich mit und in meinem Leben erreichen? Komme ich jemals zur Ruhe? Ist Zufriedenheit der Anfang von Stillstand? Meine täglich neuen Kämpfe - führe ich sie für einen gepflegten Garten? Für den neuen Zimmerbrunnen im Vorraum? Für eine größere Küche? Ein ausgebautes Dachgeschoß?
Ist es das?

Der Gedanke wirkt nach. Während ich ins Auto steige und ins Büro fahre. Bei der Arbeit. In den Stunden, in denen ich darüber nachdenke, wie ich als nunmeriger Alleinerhalter die Lage im Griff behalte. Womit ich so viel Geld verdienen könnte, dass ich meine Wünsche und Träume erfüllen kann - oder auch einfach genug fürs tägliche Leben habe. Und für die Kreditraten. Und die monatlichen Zahlungen. Und die Kinder. Und mich.

Ich habe ein Leben. Geschenkt. Ohne Forderungen. Voll Potential, Möglichkeiten, Talenten, Freuden.
Der Wunsch nach einem radikalen Schnitt ist ganz kurz übermächtig.
Leben 2.0 - oder doch lieber dieses eine - meine - mit vollem Bewusstein und gebündelter Kraft?
Yes, we can ...

Montag, 2. August 2010

Versprochen - gehalten

Manchmal ist Schreiben wie Hundeerziehung: Für jeden Etappensieg gibts eine Belohnung. Die kleinen ernten ein aufmunterndes Kopftätscheln und an den Meilensteinen steht ein Hundekuchen.
Bis um acht Uhr war ich dann schon ganz schön satt.
Und aufgeputscht und erschöpft gleichzeitig.
Ich hab mein gestecktes Ziel erreicht. Vor mir liegt eine Liste mit den Personen und ein grobes Überblicks-Exposé. Wenn ich zu Mittag noch daran gezweifelt hätte, so habe ich es mir nicht anmerken und erst recht nicht durchgehen lassen. Kleine Ausflüge in den Garten zum Blumengießen und Unkrautzupfen waren gestattet aber streng limitiert.
Immer wieder musste ich an den wirklich herzerwärmenden Vortrag von Titus Müller denken, den er voriges Jahr in Oberursel gehalten hat. Da ging es auch um manch qualvolle Schreiberfahrung und die Tricks, mit denen er sich an den Schreibtisch überredete. Wir haben damals oft gelacht und mit den Köpfen genickt.
Stimmt. Schreiben ist nicht immer der Flow. Öfter eher eine Show - für den internen Zuschauer. Und manchmal ein echtes Martyrium.
Aber der Hundekuchen am Ende des Tages macht dann doch alles wieder gut :-)

Sonntag, 1. August 2010

Nichts geht

Schon wieder eine Nacht nichts geschlafen. Dabei hatte ich doch für heute so viel vor! Einen ganzen Tag Zeit, um an meinem Plot zu schmieden. Mit den Figuren auf Tuchfühlung gehen. In meinem Schreib-Tagebuch Beziehungsgespräche führen. Endlich Schreibzeit ohne Ablaufdatum!
Aber mein Kopf ist eine taube Nuss.
Meine Augen brennen.
Das neue Dokument mit dem klingenden Namen "Personen - Vitae" ist sowas von gähnend leer, dass das Weiß der Seite blendet.

Da! Jö! Willkommene Ablenkung! Die Waschmaschine piept. Wenigstens eine, die heute was weiterbringt. Ich darf aufspringen und meine inzwischen schon verkrampften Finger beschäftigen.
Aber wenn die Trommel ausgeräumt und das letzte Hemd im Trockner verschwunden ist, werde ich mich wieder vor die leere Seite setzen. Und sie anstarren, bis zum hundertsten enttäuschten Seufzer.
Ich hab eine Idee. Ich mache eine Stricherlliste. Für jeden Seufzer eine senkrechte Linie. Damit meine Füllfeder nicht austrocknet. Und dann hab ich wieder was zu tun. Stricherln zählen. Bis Hundert.

Und draußen scheint die Sonne.
Höhnisch.
Manchmal hasse ich meinen Hang zur Selbstverarschung.
Aber ich werde heute noch was schreiben.
Das schwöre ich hiermit feierlich.

Freitag, 30. Juli 2010

Hummeln im Hintern - oder wo?

Ich setze mich gerne selbst unter Druck.
Weil ich offenbar erst so richtig ernst mache, wenn ich einen (am besten kaum verwirklichbaren) Termin im Nacken habe.
So will ich bis zum Wochenende endlich ein brauchbares Konzept meiner neuen Romanidee zusammengeschrieben haben, um sie meiner Agentur zu präsentieren. Seit zwei Wochen trödel ich damit herum. Experimentiere immer wieder mal mit allen möglichen Entwicklungen der Story, korrigiere Einzelheiten, die jetzt wirklich noch nicht relevant sind und überlege, ob die Grundidee genug Stoff für einen Dreiteiler zu bieten hat - oder vielleicht doch besser als abgeschlossener Roman seine intensivste Wirkung entfaltet. Was ich in dem Stadium, in dem sich die Geschichte befindet, schon gar nicht festlegen kann.
Jetzt reicht's!
Ich habe heute meiner Agentin für spätestens Montag ein Grob-Konzept versprochen.
Also - eigentlich mir.
Und ich hab mich für die Exposé-Arbeitsgruppe angemeldet. Mit höchster Dringlichkeitsstufe. Weil ich sonst wieder viel zu viel Zeit hätte, um meine Figuren zu entwickeln und den Plotfaden zu spinnen.
Ich würde sie ja erst wieder nicht nützen und genau zwei Tage vor Start mit dem Denken anfangen. Wobei: das ist jetzt doch nicht ganz fair. Denken tu ich schon seit einem Monat. So intensiv, dass der Lärm in meinem Kopf an einen Hummelschwarm in Aufbruchsstimmung erinnert. Vielleicht will ich ja deswegen so schnell wie möglich Feuer unterm Hintern haben. Bis sich der Rauch verzieht, könnte ich wieder einmal in Ruhe schlafen. Und die Hummeln - von ihrem sicheren Nest vertrieben - schreiben mir in der Zwischenzeit den Plot.
Oh süßer Traum, der sich ebensowenig erfüllen lässt wie die selbst gewählten Deadlines!
So ganz ohne lustvolles Hadern mit den vielen Möglichkeiten, die mir jedes Mal in diesem Stadium der Entstehung als süße Versprechen um den Bart streichen, wäre ich doch auch unzufrieden. Gibt es denn was Spannenderes, als an Kreuzungen über alle möglichen Richtungen zu visionieren?
Ja: Die Entscheidung für einen Weg. Und das Starten.
Und damit das nicht ewig dauert, brauch ich einen Startschuss. Am besten mit Schmauchspuren am ... ja, genau da :-)

Donnerstag, 29. Juli 2010

Highlights des Tages!

Das Leben ist nicht nur gnadenlos. Es hält gleichzeitig so viel Schönes bereit. Völlig wertfrei. Nimms mit oder lass es liegen - dem Leben ist es egal. Der Seele nicht. Heute hab ich den Blick frei gemacht und geschaut. Und siehe ...
Hier eine (willkürlich aus dem Gedächtnis gerissene, unvollständige!) Liste der Highlights des 29. Juli (bis ca. 13:30 Uhr)

- endlich wieder einmal durchgeschlafen - ohne nennenswerte Albträume oder Schnarchattacken des Zimmergenossen

- zwei liebevoll schnurrende Katzen zur Begrüßung (zunächst aufgrund von normaler morgendlicher Post-Schlafblindheit nur akkustisch und sensorisch als weiche Streicheleiheiten um die Beine wahrgenommen)

- niemand will was von mir oder quatscht mich an (Was bin ich dankbar für die Stille des Morgens!)

- erstaunt-erfreuter Blick auf die sauber geputzten Löffelsteine im Garten, die ich das letzte Mal vor fünf Jahren in diesem unkrautfreien Zustand gesehen hab

- Vorfreude auf den zu erwartenden Großeinkauf beim Blumenmarkt am Wochenende, um die entstandenen Leerstellen in den Beeten wieder aufzufüllen

- überraschende Gelassenheit im Morgenstau auf der Stadteinfahrt (sehr sehr selten!!! Nicht der Stau, sondern die Gelassenheit ...)

- wärmende Sonnenstrahlen im Gesicht auf dem 10-Minuten-Fußweg ins Büro

- ab Minute 8 (ca.) ein genialer Einfall zur Lösung des Hängers am neuen Plot, gefolgt von massiver Schrittbeschleunigung und damit gesundheitsfördernder Steigerung des (normalerweise zu niedrigen) Blutdrucks

- eine Kanne Früchtetee und Müsli zum Frühstück (außergewöhnlich gut, obwohl eigentlich wie immer)

- eine Mail im Postfach mit dem bisherigen Höhepunkt des Tages: der Coverentwurf für meinen neuen Thriller (einfach nur ... MEGA!)

- anhaltendes WOW-Gefühl, begleitet von dümmlichem Grinsen und Herumzeigen des Ausdrucks im Büro

- Vorfreude auf das Wiedersehen am Abend mit einer alten Freundin, die ich das letzte Mal vor (mindestens) 20 Jahren gesehen und über Facebook wiedergefunden habe

Gelegentlich denke ich, dass ich mich jeden Tag derart beschenken lassen könnte - wenn ich denn nur die Sensoren freigeräumt hätte. So schön zugänglich wie die Beeteinfassungen in meinem Garten. Aber manchmal wächst das Unkraut halt so viel schneller als die Fähigkeit, es aus dem Weg zu räumen. Und manchmal denke ich mir, dass ich auch den Wildwuchs brauche - weil Wege zum Gipfel nicht immer ohne Hindernisse sind. Weil ich manchmal auch müde und faul bin. Und weil das Gefühl der Freude und des Staunens keinen Dauerauftrag erträgt, sondern Geschenke des Moments sind.
Die gesehen und angenommen werden wollen. Und deren Wirkung (auch) vom Kontrast lebt.
Das klappt halt nicht immer.
Aber umso schöner, wenn.

Sonntag, 25. Juli 2010

Ich will schreiben!

Mit Sicherheit hatte ich auch schon mal schlechtere Zeiten. Und ich sollte froh sein, dass es Hoffnung auf völlige Wiederherstellung gibt. Geduld und Zuversicht. Freude am Fortschritt. Dankbarkeit und Lust am Leben. Das wäre doch gerade am ehesten angebracht. Sagt man mir.
Und was tu ich, ich undankbares, ungeduligen und sonst noch allerlei un-Wesen?
Ich jammere. Ich stampfe mit dem Fuss auf. Und ich blockier mich selbst.

Aber ab sofort wird das anders!
Ich packe meinen Schopf und ziehe - ziehe - ziehe ...
und siehe - siehe - siehe!
Die Seiten in meinem neuen Schreibbuch füllen sich mit Buchstaben. Worte reihen sich aneinander. Zeile um Zeile schälen sich Gedankenbilder aus dem zähen Frustnebel. Antworten reihen sich an Fragen.
Dankbarkeit und Lust.
Jetzt weiß ich, was damit gemeint ist.
Ich kann wieder schreiben.

Donnerstag, 24. Juni 2010

Geschafft!

"With a little help from my friends ..."

Anfangs dachte ich, dass an dem Manuskript ja eigentlich gar nicht so viel zu korrigieren wäre. Hier eine Formulierung - dort ein nicht ganz konsequent zu Ende gedachtes Psychogramm. Ein paar tiefere Einblicke in die Beweggründe und Reaktionen meiner handelnden Personen ... und dann noch diese eine wichtige alles entscheidende flammende Rede ... und gut isses.

Aber die Tage vergingen und gut waren einzig und allein die Lachattacken, die sich aus diversen deutsch-österreichischen Sprach-Missverständnissen ergeben haben (eines davon reizt mich immer noch zu gröhlendem Herausprusten! *tränenlach* Schade, dass es nur für eingefleischte Ösis verständlich ist ...)

Der Rest war alles andere als gut - und am schlechtesten waren die Ausreden, die ich mir täglich neu aus dem Finger gesaugt habe. Zäh wie im Keller vergessenes Schmieröl zogen sich die Seiten hin. Und die Befürchtung, dass Ende Juni schneller da sein würde als meine verschollene Energie, wurde tagtäglich mehr zu einer schrecklichen Gewissheit.

Und dann kam das:
Am Tiefpunkt meiner Selbstzerfleischung läutete es an der Tür und eine nette Dame von Fleurop stand mit einem Blumenstrauß vor mir. Lächelte und drückte mir das duftende Paket - gemeinsam mit einem Kuvert - in die Hand.
Von wem das sei? Ratloses Schulterzucken und der Hinweis auf die Karte. Freunde?

Oja! Freunde! Und was für welche!
So viel Zuspruch, Kraft und Energieladung, dazu noch Inspiration und Ruhe - und eine Riesenportion an Zuneigung und Verständnis ... die Überraschung war perfekt! Und es hat geholfen!
Umgeben von Blütenduft und motivierenden Wünschen löste sich der Knoten in meinem Kopf. Wie nach langer Krankheit, wenn man zum ersten Mal wieder aufstehen darf, tasteten sich die Gedanken voran, schälte sich das Gefühl für den roten Faden aus dem Nebel und vorsichtig, ein bisschen unsicher und immer wieder vergewissernd über die Schulter linsend, fing die Geschichte wieder zu laufen an.

Der größte Brocken - diese drohende, wie ein Damokles-Schwert über mir schwebende Rede - rückte in Reichweite. Und auch hier haben mir meine Freunde die Räuberleiter gemacht. Sieben Stunden habe ich mit jedem Satz gefochten. Und von den guten Tipps gezehrt, die ich bekommen habe. Gestern um 3 Uhr MEZ war ich dann durch. Alle Baustellen waren geschlossen. Alle Anliegen begutachtet. Alle offenen Fragen beantwortet. Und der nächste-Tag-Kontrollblick ist zufrieden ausgefallen.

Ich habs geschafft.
Ich bin geschafft.
Und unendlich dankbar und glücklich.

Jetzt gönne ich mir einmal eine kurze Phase der Erholung.
Aber dann starte ich wieder durch!
Mit frischer Energie und unter neuen Vorzeichen: Denn ab dem nächsten Projekt segle ich mit einem neuen Partner durch die Literaturlandschaft. Die Literaturagentur Schmidt & Abrahams hat mich unter ihre Fittiche genommen. Ein großer Schritt, den ich mir sehr lange und gründlich überlegt habe. Und mit dem ich sehr zufrieden bin.

Ganz nach dem Motto: "With a little help from my friends" ...

Mittwoch, 16. Juni 2010

Rauschen im Leerlauf

Heute regnet es.
Das gleichmäßige Geräusch hat normalerweise was Beruhigendes. Nicht aber, wenn es alles andere übertönt, das eigentlich gehört werden sollte. Mein inwendiger Geräuschpegel hat Ähnlichkeiten mit diesen Vuvuzelas, die einen auf Schritt und Tritt zudröhnen. Aus offenen Fenstern, Gaststätten, Autoradios. Das Hornissengesummse ist aber nichts gegen das Rauschen, das meinen Kopf ausfüllt. Kein klarer Gedanke kann sich durch den klebrigen Klangteppich einen Weg bahnen. Müde! Müde! jammert es mir entgegen, sobald die Traumklumpen bröckeln und der neue Tag sein Recht einfordert. Und wieder zerbricht der erste schwere Lidschlag die Hoffnung, dass ich diesmal vielleicht ausgeschlafen und mit neuer Kraft gefüllt sein könnte.

Bis Ende Juni sollte ich meinen Roman überarbeiten. Es ist nicht viel, was zu tun ist. Aber ich krieg den Gang nicht ins Getriebe. Schon die Hand zum Schaltknüppel zu führen, erscheint mir wie die Besteigung eines Zehntausenders. Morgen. Morgen. vertröstet mich die stimmlose Hoffnung aus engem Hals. Aber morgen ist wie heute.
Und heute regnet es.