Samstag, 14. Juli 2007

Einkaufstour

Immer wenn mich eine Buchhandlung inhaliert, brauche ich viel Zeit und gestählte Muskeln.
Stunden später und um einige Kilo schwerer (Gott Lob nur in Sackerln verpackt!) verlasse ich das Lokal mit einem seligen Ausdruck im Gesicht.
Bücher sind einfach magisch.

Heute kommt zu dieser Magie eine Portion Nervosität dazu, als ich mit meiner CD unterm Arm die Türklinke niederdrücke. Ein erkennendes Lächeln erhellt unser beider Gesichter - da habe wohl nicht nur ich im Internet recherchiert :-)
Sympathie auf allen Ebenen - wir treffen uns auf einem Gebiet, das wir offenbar beide sehr lieben. Sie bewundert die ansprechende Aufmachung - ich strahle und erzähle ihr mehr von "meinen" Knaben. In Kürze sind wir in einem angeregten Gespräch über die unterschiedlichen Qualitäten der Vorlesestimmen, auf die sie ganz besonderen Wert legt. ("Wenn ich selbst dabei einschlafe, weil die so fad vorlesen, dann kann ich das doch einem Kind nicht zumuten.")
Ich denke an die Darbietungen von Andi und Co. und bin sicher, dass sie begeistert sein wird.

Ich prahle mit meinem Wissen von ihrer Auszeichnung und ihrem Engagement - sie strahlt und erzählt von den Schulklassen, für die sie immer wieder Veranstaltungen in ihrer kleinen, feinen Buchhandlung abhält. Das ist das Stichwort für die ehemalige Pädagogin in mir. Ihre Augen leuchten, als ich ihr von meinem Vorleben als Lehrerin erzähle.
Wenn sie die CD in ihr Programm aufnimmt, machen wir was für die Kids - das ist fix.

Sonst aber gehts österreichisch und gemütlich zu.
So schnell wird sie die Entscheidung nicht treffen können. Erst muss sie noch auf ihre Geschäftspartnerin warten, die gerade in Urlaub ist. Und dann geht sie selbst in Urlaub.
Und dann werden sie das besprechen. Und dann gibt sie mir Bescheid.
Ich nicke und versuche meine Ungeduld unsichtbar zu machen. Kara hilft beim Zaubern. Und ich weiß sie jetzt einmal in guten Händen. Sie wird das schon machen, dass die liebe Frau Buchhändlerin nicht mehr von ihr lassen kann!

Ein "Danke!" und "War wirklich nett, Sie kennenzulernen!" später steh ich wieder am Ring und lächle immer noch. Es war ein gutes Gespräch. Wir mögen uns. Sie wird die CD mögen. Punktschluss!

Ich belohne mich mit einem Einkaufsbummel durch die Innenstadt. Als Landei mach ich das viel zu selten. Gelegenheit macht Liebe!
Natürlich bleib ich in der nächsten Buchhandlung hängen. Morawa - die Größte Wiens. Ein Schlaraffenland für Bücherjunkies! Es juckt mich, auch hier eine Markierung zu hinterlassen, die CDs in meiner Tasche springen fast auf den Ladentisch. Aber dann lass ich das lieber. Die Leute, die darüber entscheiden, was in diesem Mega-Schauraum liegt, sitzen nicht an der Kassa.
Stattdessen versenke ich mich in der Reiseabteilung, kann mich nicht entscheiden und nehme zwei verschiedene Hamburg-Führer und eine CD, auf der "Waschechte Hamburger" mir "die ungeschminkte Wahrheit über die Perle des Nordens" versprechen, schleppe einen neuen Stephen Lawhead an Land und kann auch nicht an der Hörbuchabteilung vorbei, ohne einen Köhlmeier abzustauben.
Zum Glück nehmen sie VISA.

Hallo, Leben! Ich komme!

Kommentare:

Denis Wollenhaupt hat gesagt…

Ich möcht´ auch Buchhändler sein ... Die kriegen Urlaub! :)

Jan hat gesagt…

SO!
Jetzt hab ich mir aber Deinen Blog unter den Favoriten gespeichert, damit ich nicht wieder mühsam danach suchen muß. *grummel*

Fängt die hier ein Tagebuch an - und ich weiß nix davon....
Dabei interessiert mich doch brennend, was aus Karamamsa, dem Kobold und teamor wird (und natürlich vor allem dem Menschen hinter den Nick "teamor")

Einen schönen sonnigen Sonntag Dir und Deinen Plagegeistern :)
Jan

teamor hat gesagt…

Jö! Der Jan hat hergefunden!
*großer willkommensknuddel*

Ja, dem Menschen hinter all den phantastischen Lebewesen gehts prima. Und er freut sich sehr über deine Anteilnahme.

Auch wenn ich mit dem Schreiben hier vor allem mein ausuferndes Mitteilungsbedürfnis befriedige, freu ich mich nicht wenig, wenn es auch noch jemanden außer mir selbst interessiert ;-)

Es hat was von einem echt Wiener Kaffeehausbesuch - sitzen sie auch alle an den Tischen, als wären sie eine Insel, genießen sie doch ihren Kaffee ganz besonders, wenn noch jemand bei ihnen strandet...

In diesem Sinne auf baldiges Wiederlesen!

Herzlich
Gabi

Ruth hat gesagt…

Ich möcht mich mit zu Euch an den Tisch setzten. Hier ist's gemütlich, hier gefällt's mir! Lasst uns die virtuellen (Eis-)Kaffeetassen heben und auf Gabi anstoßen.

Übrigens, hatte ich erwähnt, dass ich auch gern meine eigenen Hörbuch-CDs im Verwandtenkreis verschenken würde?

Bin schon still, schlürf...

die Ruth

teamor hat gesagt…

Liebe Ruth!

Hab ich schon gesagt, dass an meinem virtuellen Kaffeehaustisch immer ein Platz für dich frei ist?
Als Mitglied einer großen Familie kanns mir gar nicht zu eng werden. Das Vanilleeis schwebt - kaffeebraun umschmeichelt - in dem wohlgeformten Glaskelch. Ein Schlagobershäubchen, kakaobestäubt und mit einer herzförmigen Waffel verziert, lacht dich an und es macht dieses leise "Pling" beim Anstoßen. Mit besonders lieben Menschen.

Mach es dir ruhig gemütlich!
So ist es hier.
Herzlich
Gabi