Mittwoch, 4. Februar 2009

Fahnen & Flaggen

Das Leben auf hoher See ist Schwerarbeit. Dem geglückten Einlaufen in den Heimathafen geht eine ordentliche Schufterei voraus. Die Fahnen meines Schiffchens waren doch renovierungsbedürftiger, als ich angenommen hatte und meine Nächte entsprechend kurz. Zwischendurch hatte ich immer wieder mal das Bedürfnis, hilfesuchend die weiße Fahne zu hissen. Aber schließlich war dann doch Land in Sicht - und mit dem festen Boden unter den Füßen stellt sich auch prompt wieder die Glückseligkeit ein, die diesen Dauergrinser ins Gesicht tätowiert. Und das Abenteuer auf hoher See wird zu einer spannenden Geschichte, die man gerne in gemütlicher Runde am Lagerfeuer zum Besten gibt.

Das Paket ist geschnürt und letzte Dankesworte werden in Form gegossen.
Das Kind hat tatsächlich laufen gelernt. Es hat sogar schon einen endgültigen Namen und ein wirklich hübsches Kleid! Und ich freue mich sehr über diese gelungene Taufe.

Über meinem nigelnagelneuen zweiten Schiff weht im Moment allerdings die Flagge mit dem Totenkopf und den gekreuzten Gebeinen. Eigentlich dachte ich, damit in Kürze in See zu stechen, doch dringende Umbauarbeiten zwingen mich zu einem verlängerten Aufenthalt in der Werft.
Einen schnittigen Zweimaster wollte ich ins Rennen um den Schatz der Meere schicken, doch offenbar hat er zuviel Ballast an Bord. Die Mannschaft scheint überbesetzt, der Kapitän hat Probleme mit dem Sextanten und will sich nicht auf eine eindeutige Reiseroute festlegen. Ich als Reeder sympathisiere mit seinem Wunsch nach Geheimniskrämerei und Spontaneität. Der Auftraggeber aber will seine Ware auf schnellstem Weg am Zielort wissen.
Keine Ausflüge auf die sieben Meere! Runter mit der Piratenflagge! Wir sind seriös geworden, die Freibeuterei ist was für Käptn Sparrow und seine unberechenbaren Gesetzlosen.
Ich ziehe mich also in meine Kajüte zurück. Eine Flasche für dringende Fälle hab ich dabei.
Natürlich nicht mit Schnaps gefüllt! Nur für die Post. Prost.

1 Kommentar:

Petra hat gesagt…

Na da sing ich doch "johohoooo und ne Buddel voll Rum!" ;-)