Sonntag, 10. August 2008

Überabeitungsschrittchen

Die letzten Tage bin ich um den Text mit den Anmerkungen der Lektorin herumgeschlichen wie eine Katze um den heißen Brei. Eigentlich drängte es mich, gleich mit den Korrekturen anzufangen, aber gleichzeitig wollte ich auch auf den Workshop und auf Lisas kompetente Fittiche warten.
Trotzdem kreisten meine Gedanken ohne Unterlass um die angemäkelten Textstellen.
Heute habe ich es schließlich nicht mehr ausgehalten. Ich habe mich daran gemacht, der Geschichte einen Zeitraster überzustülpen. Was passierte an ganz genau welchem Tag, zu welcher Tageszeit, an welchem Ort? Konnte es so passiert sein? Oder habe ich die Tage durcheinander gebracht?
Das Ergebnis beruhigt mich. Zumindest in dieser Beziehung habe ich nicht gepfuscht. Sowohl Tages- als auch Uhrzeiten passen perfekt. Dass dieser Punkt trotzdem auf der Mängelliste zu finden ist, verunsichert mich jetzt nicht mehr so sehr. Wenn meine geschätzte Lektorin damit Probleme hatte, sich in der wilden Zeitabfolge zurechtzufinden, liegt es an mir, die Abläufe klarer herauszuarbeiten. Und das sollte mir nicht allzu schwer fallen. Ich bin mir im Klaren darüber, dass ich - der Spannung wegen - mit Informationen sehr sparsam umgegangen bin. Mich hier an die Grenze heranzutasten, gerade genug preiszugeben, ohne wirklich etwas zu verraten, macht mir großen Spaß.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Hallo Gabi.
Schön, dass wieder was Neues im Blog steht. Ich muss gestehen, dass ich - als noch Unveröffentlichte - deinen Werdegang regelrecht neugierig verfolge. Es macht einen Riesenspaß, deiner Geschichtenüberarbeitung ein wenig über die Schulter zu gucken. Schön, dass du so offen und spannend darüber schreibst. Ich freue mich jetzt schon auf die Veröffentlichung. Weiterhin alles Gute wünscht
Katja (Holly Parker)

teamor hat gesagt…

Liebe Katja,
wie lieb von dir, dass du meine zu virtuellem Papier gebrachten Gedankengänge mit so viel Aufmerksamkeit verfolgst. Es freut mich sehr, wenn meine Lautmalereien nicht nur mir zur Klärung dienen, sondern anderen auch noch Vergnügen bereiten können. Mit Sicherheit werde ich noch viel zu erzählen haben, bis mein Manuskript schließlich den hohen Ansprüchen meiner lieben Lektorin gerecht wird. Wenn ich mich dabei so nett begleitet weiß, macht es mir gleich noch einmal so viel Spaß :-)
Ganz liebe Grüße
Gabi

Alice hat gesagt…

Ich finde es bei Krimis extrem schwierig, die Hinweise richtig dosiert einzusetzen.

Als Autorin, die genau weiss, wie alles endet und wer der Bösewicht / die Bösewichte sind, empfindet man jeden noch so kleinen Hinweis wie ein grosses rotes Ausrufezeichen (HALLO, ICH BIN DER TÄTER!).

Bei Blackout hatte ich in einer ersten Version zu wenige Hinweise und dem Leser wäre das Ende - in der Erstversion - vorgekommen wie eine Zaubershow, in der jemand ein Kaninchen aus dem Hut zaubert.

Meine nächste Version gefiel mir - trotzdem waren noch zu wenige Hinweise im Text.

Die nächste Version fand ich zu offensichtlich; mein Lektorin war jedoch der Meinung, jetzt sei die Sache stimmig.

Ich habe dann Leser gefragt (und frage auch heute noch ab und zu), an welchen Zeitpunkt der Geschichte sie von selbst auf den Täter gekommen sind - denn das ist es ja, was die Leser wollen: selber herausfinden, wer es sein könnte. Macht man es ihnen zu einfach, sind sie enttäuscht; macht man es ihnen zu schwer, sind sie auch enttäuscht.

Interessant sind die Antworten: Sie gehen von "sehr früh" bis "überhaupt nicht."

Das legen von Fährten ist also einer von zwei miteinander verbundenen Teilen: Die Leser müssen die Fährten auch interpretieren und einordnen können. Nicht alle können das gleich gut. Und deshalb komme ich zurück zum Anfang:

Ich finde es bei Krimis extrem schwierig, die Hinweise richtig dosiert einzusetzen.

*GROSSER SEUFZER*

teamor hat gesagt…

Liebe Alice,

aus dir spricht die Weisheit des Krimi-Autoren-Profis! Je länger ich mit meinem Text tanze, desto unmöglicher erscheint es mir, das rechte Maß an Hinweisen zu finden. Die roten Ausrufezeichen mehren sich ...
Also verlass ich mich diesbezüglich auf meine Lektorin. Sie wirds schon wissen. Ich tröste mich derweil mit dem Gedanken, dass es offenbar ohnehin kein Maß aller Hinweis-Dinge gibt.
Eine Runde im Duett *seufz*
Gabi

rakuscat hat gesagt…

Great read! I wish you could follow up to this topic

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