Sonntag, 31. August 2008

Aus dem Tritt

Eigentlich lief die Überarbeitung bisher wirklich gut. Ich hatte ein Gefühl für die Geschichte, die Personen, den Zug der Handlung. Ich spürte mit jedem Überarbeitungsschritt die Sache runder und stimmiger werden. Ich war glücklich damit.
Bis zu dem besagten Auflösungs-Kapitel.
Jetzt steht die Maschine. Ich krieg keine Fuß mehr in den Karren. Die Verbindung ist abgerissen und ich fühle mich wie ausgesperrt. Als hätte man mir den Schlüssel zu meiner eigenen Geschichte geklaut und in irgendeinen reißenden Fluss geworfen.
Hilflos steh ich am Ufer und hab die Hände in den Hosentaschen.
Selbst wenn er (der Schlüssel) genau jetzt an mir vorübertreiben würde, könnte ich ihn gar nicht greifen - wegen der doofen Hände in den ...

Ich möchte mich am Kragen packen und ins Wasser werfen.
Nicht stehen und warten, dass mich bitte irgendjemand endlich anrempelt.
Verdammt, wo treibt sich mein Gespür für meine eigene Stimme herum? Fliegt es mit meiner Kleinen nach Australien? Oder ist es in der Donau ersoffen?

Ich geh jetzt und plakatiere eine Suchmeldung auf die umliegenenden Laternenmasten.
"Wanted! Platzpatrone für Knoten im Hirn gesucht!"
Mal sehen, ob ich einen Sprengmeister auftun kann ...

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Boah, Gabi, du bist echt die Königin im Sichselberfertigmachen.

Kann es sein, dass du einfach noch nicht soweit bist?
Kann es sein, dass geniale Ideen für großartige Showdowns manchmal etwas Zeit in Anspruch nehmen?
Kann es sein, dass du extra für diesen Text einen Workshop gebucht hast?
Kann es sein, dass du zu UNGEDULDIG bist?

Ohne Panik auf eine tolle Idee zu warten macht irgendwie mehr Spaß. (Jaja, ich weiß schon, sag nichts! Ich lass heute nix gelten...)

Enstspann dich, Süße. Es IST dein Text, du wirst ihn genauso wunderbar zu Ende bringen wie er bis zum Finale schon ist. Ich weiß das, B-E weiß das und irgendwo weißt du es auch.

Und bis es soweit ist, weigere ich mich, als Testleserin für diese Krise die Verantwortung zu übernehmen und ein schlechtes Gewissen zu haben (was natürlich nicht funktioniert, aber das erzähl ich nicht!).

Und nun nimm mal die Hände wieder aus den Taschen. Es kann nämlich jeden Moment soweit sein mit dem vorbei treibenden Schlüssel...

Ruth

Anonym hat gesagt…

Ruhig Brauner...

Manchmal ist Abstand und etwas anderes Denken das Beste, was man der Auflösungsszene, dem Roman und sich selbst "antun" kann.

Dein Showdown wird ein gelungenes Finale werden!

Liebe Grüße
Lisa, wieder in Deutschland

teamor hat gesagt…

Meine liebste Testleserin,
für Vorwürfe oder schlechtes Gewissen jedweder Art besteht IN ECHT kein Anlass! Ganz im Gegenteil!
Ich bin kribbelig, ungeduldig und auch sonst mit sämtlichen schlechten Eigenschaften zu bewerfen, die einem im bezug auf "wie mache ich mich fertig und lasse mir keine Ruhe beim Überarbeiten" einfallen können. Ich gebs ja zu ...
Und das alles ist mir auch schon heute Nachmittag beim Spaziergang entlang der Laternenmasten genau so klar geworden.
Der Braune schnaubt also noch ein bisschen und wartet in Folge auf den Pferdeflüsterer :-)
Hufscharrend
Black beauty :-)

Anonym hat gesagt…

schon besser...

*beruhig*

Petra hat gesagt…

Holzhacken soll helfen - lautet ein ländlicher Rat aus Frankreich. So richtig mit Schwitzen und Axt!

Anonym hat gesagt…

Hmmm, wenn auch der Rat einer Unveröffentlichten gilt: Schick Charlie mal ein / zwei Tage in Urlaub. Lass es sacken. Du hast bestimmt ohne Ende daran gearbeitet. Und jetzt willst du das Ende schreiben, bevor die (geänderte) Geschichte richtig in dir verarbeitet ist. Lass sie erst mal wieder in dir wachsen, Bild und Gefühl werden. Ich weiß, dass es wird. Bestimmt. Doch EEEEHRLICH.
Liebe aufmunternde Grüße,
Katja (Holly)