Donnerstag, 2. August 2007

Energieräuber

Sie sind überall.

Die Schwarzseher, die einen Funken Hoffnung mit der Schuhspitze austreten und dabei einer Wahrheit das Wort reden, die das Glas immer halb leer sein lässt.

Die Schmarotzer, die allem, was sich bewegt, ihre Krakenarme um die Beine schlingen und sich mitschleppen lassen, weil ihnen die Fantasie für eigene Ziele fehlt.

Die Labyrinthdenker. Die Worthülsenredner. Die Zauderer und Nabelverliebten. Die Will-haben-Neidgenossen.

Und alle riechen ihre unfreiwilligen Energiespender meilenweit gegen den Wind.
Wie die Zecken lassen sie sich aus den Bäumen herabfallen und saugen sich fest.
Lassen erst von ihren Opfern ab, wenn diese sich blutleer und mit schwerem Zungenschlag fragen, wo denn all der Schwung aus dem unerschöpflich gewähnten positiven Denken geblieben ist.

Manchmal möchte ich mich schütteln wie ein nasser Hund.
Und einen Schirm aufspannen, der mich auf die Insel trägt, die ich dann gerne wäre.
Nein. Nicht Ibiza. Die hat Nick Hornby schon vergeben.
Aber vielleicht Atlantis.
Die wird von den Schwarzsehern gemieden. Die behaupten nämlich, sie wäre schon längst untergegangen...

Kommentare:

Denis Wollenhaupt hat gesagt…

Hui ... Das klingt nach einem "TIEFVERGRABENSCHNELLVERGESSENTAG"

teamor hat gesagt…

Hmmm... ist ja die Frage, ob ich ihn mir nicht einrahmen sollte - als mahnendes Beispiel dafür, nicht immer für alles (und alle) so offen zu sein...
Die Kunst, rezeptionsfähig und empathisch zu bleiben und dabei trotzdem Schutzräume zu ziehen, muss ich offenbar noch üben.

Marco hat gesagt…

Dabei ist doch mittlerweile bekannt, dass Zecken sich gar nicht von Bäumen fallen lassen, sondern im (hohen) Gras hocken und sich einfach an ihren vorbeistreifenden Wirt klammern...

Aber das hätte auch nicht so schön geklungen! :)

Ich hoffe sehr, deine Energieräuber sind mittlerweile wieder abgezogen.

Liebe Grüße,
Marco!

teamor hat gesagt…

Hihi, Marco,
ich wusste, dass es jemandem auffallen wird ;-) Und du, als "Adlerauge und Sinnwächter der Nation", bist ja geradezu prädestiniert dafür!
Aber du hast auch mit deiner Schlussfolgerung recht: "Das raffinierte Tier tats um des Klanges willen..." (um Morgenstern zu bemühen und auch gleich ein bisschen zu verbiegen ;-))

Inzwischen hatte ich ein sehr erhellendes und reinigendes Gespräch mit meiner "Hauptzecke" und ich hoffe, das konnte einiges wieder in mein inneres Gleichgewicht bringen.
Noch bin ich mir nicht ganz sicher, wie weit das zugesagte Verständnis nicht nur als eine weitere subtile, weil verkappte Klammeraktion zu deuten ist - in der Umsetzungsfähigkeit wird es sich erst beweisen müssen.

Aber ich für meinen Teil habe zumindest meine Grenzen dokumentiert - und ich weiß jetzt auch, dass ich sie nicht mehr so leicht überschreiten lasse.

Liebe Grüße
Gabi