Montag, 19. Januar 2009

Kontrastprogramm

Einmal im Jahr bin ich wirklich ungenießbar. Meine Kinder meiden mich während dieser Zeit, die Kontaktaufnahme nach außen wird auf das Notwendigste reduziert und ich verschanze mich in meinem Büro hinter Bergen von Ordnern und herum(f)liegenden Rechnungszetteln.

Einmal im Jahr muss ich meine Steuererklärung fertigstellen - was in meinem Fall bedeutet, dass ich überhaupt erst damit anfangen muss, weil ich diesen elenden Zustand im beängstigenden Weltraum der Excel-Listen und Sachkonten einfach so lange vor mir herschiebe, bis mein Steuerberater vom flehenden in den strengen Ton überwechselt.

Dieses "Einmal im Jahr" war an diesem Wochenende. Und in einem masochistischen Anfall von weiser Voraussicht habe ich nicht nur die geforderte Abrechnung von 2007, sondern auch gleich von 2008 in Angriff genommen. In schätzungsweise 8 - 20 Stunden bin ich dann endlich in der Jetztzeit angekommen. Auf dass man wieder den Menschen in mir erkennen kann und die Zeit der Einsamkeit ein Ende hat.

Und dann - ich schwörs! - setze ich mich einmal im Monat auf eine Stunde hin und klapper die paar Rechnungen in die Liste. Wäre doch gelacht, wenn ich nicht irgendwann zu einem lebbaren Modus finden würde. Es muss ja keine Liebesbeziehung werden (wofür ich nun wirklich garantieren kann!). Aber ich muss mir auch nicht auf ewig freiwillig kostbare Lebens-/Schreib-/Faulenzzeit stehlen. Dann doch lieber genußvolle Zeitverschwendung ...

Kommentare:

Alexander hat gesagt…

Oh weh,
das kenne ich. Ich habe das alles noch vor mir. Ich würde ja - bildlich gesprochen - vor dem Finanzamt die Hosen runterlassen. Die dürften alle Konten sehen, abrufen, Daten abgleichen etc. wenn ich, ja wenn ich, nur nicht die Steuererklärung machen müsste.

Ursula hat gesagt…

Gabilein - du hast mein ganzes Mitgefühl. Wenn du wirklich System ins Chaos bringst, musst du mir gelegentlich dein Erfolgsrezept verraten :-)

Alles Liebe
Ursula

jueb hat gesagt…

Oh Gott Gabi!

Du erinnerst mich an was, und prompt überschwemmt mich die schlechte Laune. Rette sich, wer kann - in meinem Umfeld :-)

Herzlichst
jueb