Dienstag, 15. Juli 2008

High Priority

Es gibt Tage, da treibt's mich vom Schreibtisch zum Kühlschrank, in den Garten, ins Haus zurück, an den Schreibtisch, um dort aus dem Fenster zu stieren. Ich fange tausend Sachen an - hätte auch dringend tausend Sachen fertigzumachen! - und bringe doch nichts zu einem befriedigenden Status.
Heute ist es wieder einmal soweit. Vor mir liegt ein Seitenspiegel, den ich mit Layout füllen sollte. Meine Gedanken fliegen aber in ganz andere Richtungen.
Ist meine Kurzgeschichte schon auf dem Weg ins Ötztal? In welchem Postcontainer liegt sie wohl gerade? Habe ich nichts vergessen, was als Teilnahmebedingung unverzichtbar wäre? Ist die Widmung, dich in in letzter Sekunde dazugeschrieben habe, aufdringlich oder ergreifend? Hat der Beamte am Schalter verstanden, dass das Kuvert unbedingt bis Ende dieser Woche in Tirol sein muss? Ist "High Priority" wirklich die Schnellste aller Möglichkeiten? Und wird die Jury die Gefühle zu fassen kriegen, die mich durch die Geschichte gejagt haben?
Und außerdem ist heute der 15. - Der Stichtag für Lisas Dramaturgie-Workshop! Jetzt geht es endlich bald los und ich bin schon ganz zappelig deswegen. Meine Leseprobe, das Exposé und der beantwortete Fragebogen sind weggeschickt. Ich bin neugierig, was als nächstes dran ist. Wie fein, wenn sich unser kleines Workshop-Wohnzimmer-Forum nun bald belebt. Ich freu mich schon so drauf ...
Eines ist glasklar: Meine "Priority" ist heute ganz offensichtlich nicht bei der Sache ... was für die Arbeit blöd, für mein Gemüt aber offenbar nötig ist.

Kommentare:

Petra hat gesagt…

Einfach köstlich, Gabi!
Wenn ich mir anschaue, wann du im Blog vom Abschicken der Geschichte geredet hast, Ende der Woche Ankunft, High Priority, Ötztal, Tirol... dann stell ich mir einen Ötzi vor, wie er die Post zu Fuß hinträgt... ;-)

Ich kann dich beruhigen: ein Brief von Österreich nach Frankreich braucht 2-3 Tage, normal. Da wird er es auch nach Tirol schaffen, oder? ;-)

Daumendrückend,
Petra

Anonym hat gesagt…

Es gibt Tage, da sollte (und darf!) man sich seinen ganz eigenen "priorities" hingeben. Den inneren eben. Ich gönn es dir von herzen und hoffe, du konntest den ein oder anderen Moment davon genießen.

Und wegen der Geschichte mach dir mal keine Gedanken. Die ist gut. Und unabhängig. Weißt du, was ich damit meine? Du brauchst keine Angst zu haben, dass sie das unverständliche Ergebnis eines emotionales Chaos' geworden ist oder so. Du hast die Kraft deiner Trauer in diese Geschichte verschoben. Und es hat ganz wunderbar funktioniert.

findet

die Ruth