Dienstag, 30. November 2010

Ein irres Fest!

Dass ich erst jetzt zu nächtlicher Stunde dazukomme, von meiner Buchparty zu berichten, passt nahtlos zur gesamten Historie dieses Ereignissen :-) Falls hinter all dem die Absicht steckte, es spannend zu machen, gebe ich zu: Das Vorhaben ist gelungen! Und so gut wie alles, das mich bis zum Moment des Lesungsstarts in Atem gehalten hat, hat sich letztendlich als echte Bereicherung - oder zumindest zum Amusement des Publikums - herausgestellt.
Habe ich doch noch Freitag Vormittag davon berichtet, dass sich meine liebe langjährige Freundin und Fernseh- und Radiomoderatorin Martina Rupp als rettender Engel angeboten hat, kam ca. 30 Minuten vor dem Lesungsbeginn die Hiobsbotschaft: Martina versagte während der Live-Sendung im Fersehen, von der sie anschließend direkt zur Lesung düsen wollte, (zum ersten Mal in ihrer Karriere!) die Stimme ... ich vergatterte also umstehende Gäste dazu, Lesestellen zu übernehmen - was bereits für erste Heiterkeit im Publikum sorgte. Gleich darauf fand sich der Buchhändler, mit dem ich den Buchverkauf vereinbart hatte, mit einem Köfferchen ein, in dem nicht einmal mein gesamtes Schminkzeug Platz gefunden hätte. Ich glaubte noch an einen Scherz, als er auf dem vorbereiteten Tisch zwanzig Exemplare "Grenzenlos nah" ausbreitete und suchte nach weiteren Behältnissen - die aber leider ausblieben. Als dann auch das Catering ausblieb und es draußen wie wild zu schneien anfing, war mir klar, dass ich nun genau zwei Möglichkeiten hatte: die Nerven über Bord werfen - oder mich vor Lachen ausschütten.
Ich entschloss mich für das Letztere. Wo, wenn nicht in Wien, amüsiert man sich mehr über Pleiten, Pech und Pannen als über einen reibungslosen Ablauf?
Martina hatte sich inzwischen unerschrocken durch das Schneechaos zum Veranstaltungsort gekämpft, vier mutige Ersatzlesekandidaten standen bereit, um im Bedarfsfall das Staffelholz zu übernehmen und ich fand, dass das alles perfekt zu dem passte, was bisher geschehen war.
Es machte unglaublich viel Spaß!
Diese "Doppelkonference" mit Martina (die einfach großartig gelesen hat ... ich werde in Zukunft nur noch Kehlkopfentzündung haben, damit sie mich wieder retten muss :-)) hat der Lesung einen ganz besonderen Reiz verliehen. Ich konnte meine Stimme dazu überreden, durchzuhalten. Und das Publikum war freundlich, aufmerksam und gut gelaunt.
Ach ja - das Catering war zur rechten Zeit mit einem köstlichen Buffet zur Stelle und dem Buchhändler sind seine zwanzig Exemplare aus den Händen gerissen worden.
Ich hab zwar wieder einmal gar nichts mitgekriegt, weil ich den irrwitzigen Versuch, mit allen meinen Gästen wenigstens ein paar Worte zu wechseln, erst aufgegeben habe, als das Buffet und der Büchertisch bereits längst leergeräumt waren. Aber sich mit einem Cocktail an der Bar wiederzufinden, war keine so schlechte Alternative. Und auf den Fotos konnte ich mich dann auch selbst davon überzeugen, dass sich alle wunderbar unterhalten haben und wohl alles recht gut gelaufen sein muss ...
So verschicke ich jetzt einfach ein herzliches Danke an alle meine Freunde ins Universum und schließe meinen subjektiven und völlig unvollständigen Bericht mit ein paar Bildern.





Freitag, 26. November 2010

Darth Vader is back!

Halleluja! Heute Morgen kamen das erste Mal wieder so etwas wie menschliche Laute aus meinem Mund - auch wenn ich diese Stimme nicht unbedingt als meine eigene identifizieren würde. Egal! Die Worte sind verständlich, die Sprachmelodie versackt nicht augenblicklich in Papageien-Krächzen und ich werde heute Abend tatsächlich immer wieder einmal ein paar Worte an meine lieben Gäste richten können!
Was mir außerdem den Glauben an das übergeordnete Wesen, das es gut mit mir meint, wiedergegeben hat, ist die Tatsache, dass Dank meines stimmlichen Waterloos ein echter Profi meinen Lesepart übernehmen wird! Eine Frau, die gerade erst wieder zu einer der beliebtesten Moderatorinnen in Österreich gewählt worden ist - und die trotz eigenem Stress und langem Arbeitstag im ORF für mich in die Bresche springt.
Aus reiner Freundschaft und Hilfsbereitschaft.
Wer diese treue Seele ist?
Schaut mal hier :-)

Wenn das kein Highlight des Abends ist?
Ab sofort kann ich mich endlich richtig richtig auf heute Abend freuen!!!

Mittwoch, 24. November 2010

Stille Post














Der Zettel klebt an meiner Bürotür und hilft mir, mein Schweigegelübde einzuhalten.
Die Kollegen sind lieb und halten mich nicht für schlimmer durchgeknallt als sonst. Aber irgendwie haben sie aufgehört, mit mir zu reden ... Selbstgespräche, die nur undefinierte Grunzlaute und pantomimisches Feedback hervorrufen, sind halt nicht jedermanns Sache.
Aber was tut man nicht alles, um sich für das wichtigeste Event des Jahres fit zu machen?
;-)))

Dienstag, 23. November 2010

Super-GAU

Was tun, wenn einem drei Tage vor der lange geplanten und bereits bis ins kleinste Detail vorbereiteten Buchpräsentation die Stimme wegbleibt? So richtig ganz und gar total? Dass man nicht mal mehr piepsen kann?
Ich schlürfe im Stundentakt Salbeitee. Lutsche allerlei Halstabletten gegen Heiserkeit, rauen Hals, Husten, Bakterien und Viren aller Art. Stopfe mich mit Aspirin C und Lemocin voll und versuche nicht panisch zu werden.
Hab ja noch drei Tage zum Stimmewiederfinden ...
Das muss reichen!

... und meine Umgebung flüstert - was ich immer ganz besonders süß finde!

Dienstag, 16. November 2010

Nach-Lesen

Diese jungen Leute, mit denen ich heute bei meinen beiden Lesungen zu tun hatte, lassen mich freudig in die Zukunft sehen. Was bei den intensiven Gesprächen über alle Arten von Grenzen (vom Schutzraum bis zu jenen im Kopf) herausgekommen ist, hat mich glücklich gemacht.
Die "jungen Erwachsenen" - wie sich ein lebenskluges, warmherziges und wortgewandtes Mädel teffend bezeichnet hat - zwischen 14 und 16 haben mir eindrucksvoll bewiesen, dass sie mit offenen Augen aufmerksam dem Leben begegnen, sich Gedanken darüber machen, wie man miteinander richtig umzugehen hat und welche Grenzen dabei wichtig und welche nur dazu da sind, andere "auszugrenzen". Es war eine echte Freude, mit ihnen über die Grundaussagen meines Romans zu diskutieren - und das Thema an vielerlei Ebenen auch noch weiter zu vertiefen. Mögen ihnen ihr Idealismus, ihr klarer Blick und ihre unkomplizierte Geradlinigkeit erhalten bleiben!
Ich habe mich in ihrer Gesellschaft einfach nur wohl gefühlt - was offenbar dazu geführt hat, dass ich meine erste Lesungseinheit gleich gnadenlos um 30 Minuten überzogen habe, ohne dass irgendjemand dagegen protestiert hätte. Wenn sich nicht die nächste Schulklasse im Nebenraum bemerkbar gemacht hätte, wer weiß, ob ich nicht in meiner Begeisterung noch länger mit den rund 40 jungen Leuten weiterdiskutiert und -gelesen hätte ...

Der Wechsel zu den nächsten etwa 30 Schülern vollzog sich also (nach einer kurzen Verschnauf- und Klopause) beinahe übergangslos. Es war für mich spannend, einen so direkten Vergleich zur Vorgruppe ziehen zu können. Während die Vorgänger volksgruppentechnisch bunt durchmischt war, gab es unter den 15- bis 16-Jährigen der Gartenbau-HBLFA Schönbrunn keinen, der nicht aus Österreich stammte. Die Diskussionen über Heimatgefühl, Flüchtlingsproblematik und die Kriegsgeschehnisse im ehemaligen Jugoslawien gestalteten sich entsprechend anders. Nicht, dass sie weniger emotional geführt waren - die Schwerpunkte lagen wo anders - was aber auch daran liegen könnte, dass die "jungen Erwachsenen" (ich liebe diese Bezeichnung!) eben um ein Jahr älter waren. Und wieder war ich beruhigt, meine Zukunft in Händen, Herzen und Köpfen wie diesen zu wissen.

Mit einem ganz entzückenden Bon-Mot möchte ich meinen Bericht zu einem rundum gelungenen Lesevormittag abschließen:
Als ich erzählte, dass ich die meiste Zeit in der Nacht schreibe und demzufolge daran arbeite, mit wenig Schlaf auszukommen, schüttelte ein Junge, der sich schon während der gesamten Lesung intensiv an den Gesprächen beteiligt hatte, sorgenvoll den Kopf. "Seien Sie nur vorsichtig!", meinte er und fixierte mich mit gerunzelter Stirn. "Mein Opa ist an Schlaflosigkeit gestorben!" - Das Gelächter war herzlich - und ich war mehr als gerührt!

Ich hoffe, ihr hattet genauso viel Spaß wie ich!

Samstag, 13. November 2010

Lesungsvorbereitungen

Heute habe ich es endlich geschafft, mein Konzept für die Lesungen am Dienstag fertigzustellen.
Mit Hilfe von zehn "Ankerpunkten" hoffe ich, nicht den Faden zu verlieren, wenn ich meine Zuhörer zur Interaktion ermuntere. Ich wünsche mir nämlich, dass es mir gelingt, aus der "Vorleser - Zuhörer"-Schiene auszubrechen und die Stunde nicht auf einer Kommunikations-Einbahnstraße zu verbringen. Ich möchte weniger vorlesen, als mit ihnen die wesentlichen Themen in meinem Roman herausschälen. Dazu habe ich fast zu jedem meiner Punkte Fragen ausgearbeitet - und bin wahnsinnig gespannt, ob und wie die Jungs und Mädels darauf einsteigen werden.
Natürlich werde ich auch ein paar Stellen aus dem Buch vorlesen. Aber da ich davon ausgehe, dass sie alle des Lesens mächtig sind, möchte ich sie bestenfalls neugierig machen - sodass sie (wenn ich Glück habe!) von der Story angefixt sind und sie später ohnehin selbst lesen wollen.
Wenn alles so klappt, wie ich mir das vorstelle, werde ich nicht Zuhörern, sondern Diskussionsteilnehmer gegenüber stehen. Das stelle ich mir sehr spannend und befruchtend vor.
Allein der Zeitplan macht mir noch ein wenig Kopfzerbrechen. Ob ich nach einer halben Stunde schon am Ende meines Konzepts bin, oder nach der zur Verfügung stehenden Zeit grad einmal die ersten fünf Punkte abgehakt habe, kann ich beim besten Willen nicht prognostizieren.
Da heißt es dann eben flexibel sein ... aber das verlangt das Leben ohnhin öfter von mir :-)

Dienstag, 9. November 2010

Basteln II - oder wie aus einem Wäh-Tag noch ein echtes Highlight wird

Zugegeben: Der Tag heute war ... [zensuriert]
Aber dann hat mir meine liebe Schreibkollegin Jutta Wilke ein geniales Geschenk gemacht - nämlich DAS :-)) *)
Die Spielkatze in mir war sofort von allen Sorgen befreit und nach ausführlichem Selbststudium hat mich eine Idee angesprungen: Seit längerem trage ich mich schon mit dem Gedanken, auf meinem Blog hin und wieder eine Buchverlosung anzubieten (Kundenbindung nennt man das im Marketing-Jargon ;-))
Alle, die den Link schon ausprobiert haben, werden jetzt wissen, was ich meine, wenn ich sage: Ich mache einen Wettbewerb! Wer das Puzzle am schnellsten lösen kann und als Beweis einen Screenshot (mit eingeblendeter Zeit!) an gabriele[at]gfrerer.at mailt, gewinnt ein signiertes Exemplar von "Grenzenlos nah"!
Das könnte dann z.B. so aussehen:





Und weil mir in einer Woche 85 Jugendliche in den Schoß fallen, werde ich im Zuge meiner beiden Lesungen auch gleich dafür die Werbetrommel rühren. Mal sehen, ob es unter ihnen auch ein paar so Verspielte gibt.

Außerdem haben meine beiden Test-Jugendlichen zu Hause ein paar bedenkenswerte Anregungen zu meinem Trailer gemacht, was mich dazu veranlasst hat, noch einmal Hand daran zu legen. Wen es interessiert, kann einen Blick auf das vorläufige Endergebnis werfen:

video

Und so hat sich an einem Tag, an dem ich mich gefragt habe, ob vielleicht irgendjemand etwas massiv gegen mich hat, noch ein glückliches Lachen breit gemacht. Sooo sauer kann der da oben also doch nicht auf mich sein ...

*) Wichtiger Hinweis: Nach dem Puzzlen bitte wieder links auf den Button "Scratter" klicken - sonst sieht der Nächste nur ein fertiges Bild ... kann man aber auch beliebig oft für sich selbst noch einmal starten (für die, die ihre Zeit verbessern wollen oder einfach nicht genug davon bekommen können ;-))

Montag, 8. November 2010

Basteltag

Heute habe ich für meine Lesung am 16. - und natürlich auch für meine Buchparty - einen Trailer gebastelt. Ein Profi hätte das wahrscheinlich wesentlich schneller geschafft, während ich meinen Sonntag dafür aufgewendet habe. Aber trotzdem bin ich mit dem Ergebnis sehr glücklich.

video

Und auch sonst nimmt mein Plan für die Lesung langsam konkretere Formen an - was für ein ausgewogeneres Verhältnis zwischen Lampenfieber und Vorfreude sorgt. Obwohl ich zugeben muss, dass ich noch keine letzte Entscheidung getroffen habe, ob ich mich vor den einmal 50 und danach 35 Vierzehn- und Fünfzehnjährigen fürchten sollte oder mich auf sie freuen darf ... Aufregung hat prinzipiell aber immer noch kreativitätsfördernde Wirkung auf mich gehabt. In diesem Sinne hoffe ich auf ein ansprechendes Endergebnis :-)

Mittwoch, 3. November 2010

Werbetrommel

Ich habs auf den letzten Drücker geschafft! Die neue Leseprobe ist abgefasst, das Exposé geschrieben und gemeinsam mit dem Szenenplan in die Hände meiner Agentin gelegt. Es fällt mir nicht leicht, das Projekt jetzt einmal zur Seite zu legen. Am liebsten würde ich weiterschreiben. Die Geschichte zieht mich in ihren Bann. Ich hab endlich die Stimmen in meinem Kopf, um die ich in den letzten Wochen gebuhlt habe.
Aber da kratzt die andere Geschichte an der Tür.
Ich weiß, dass ich auch dort wieder sofort hineinfallen werde. Eine heftige Vorbereitungsphase liegt hinter mir und der Sidestep zur Liebesgeschichte hat das Gefühl dafür nicht verdrängt. Ich wäre gerne doppelt vorhanden. Dann könnte ich beide aus mir herausdrängen lassen, statt immer einen irgendwo wegsperren zu müssen. Ich arbeite dran!

Weil das Story-Hopping aber nicht auf Knopfdruck funktioniert, schiebe ich kurz was ganz Anderes dazwischen ...

Als verspielten Kindskopf habe ich mich unlängst schon geoutet. Jetzt gibt es ein weiteres Geständnis, das wahrscheinlich niemanden, der mich ein bisschen kennt, überraschen wird:
Ich schmeiße auch liebend gerne rauschende Feste!
Dazu ist mir jede sich bietende Gelegenheit recht. Profanes wie Geburtstage, Jubiläen oder Anlässe aus dem Jahreskreis lasse ich mir nicht entgehen. Erst recht muss natürlich die Freude über das Erscheinen eines neuen Buch-Kindes gebührend kund getan werden.
Und so beginne ich also langsam mit den Vorbereitungen für die Buchpräsentation von "Grenzenlos nah".

Die Location ist bereits gebucht. Das Catering vorinformiert und der geniale Cocktail-Mixer vom letzten Mal freut sich schon auf die Bestellungen - sagt er jedenfalls. Nun werden die Einladungen verschickt.
Ich bin kein Listen-Typ. Über die hab ich mich (hinter vorgehaltener Hand) immer ein bisschen lustig gemacht. Diesmal aber habe ich selbst eine angelegt. Mit Namen, Mailadressen, kommt/kommt nicht/vielleicht/bringt jemanden mit ... Ich versuche also ernsthaft, den Überblick zu behalten. Mal sehen, ob und wie lange es mit gelingt, den Chaoten in Schach zu halten, bevor ich zum Schluss komme, dass man das im Vorhinein nie so genau planen kann und dass es sowieso immer anders kommt, als gedacht ;-))
Auch dieses Mal möchte ich wieder einen kurzen Trailer zur Auflockerung erstellen. Ich habe schon ein paar Ideen - und "das Lied" ... das muss natürlich auch dabei sein. Hach, während ich damals meinen armen Jungen an Liebeskummer leiden hab lassen, hat's mich selbst auch ganz schön gedrückt ... das alles kommt wieder hoch, obwohl es schon ein Jahr her ist, dass ich diese Szenen geschrieben habe. Aber die Gefühle sind sofort wieder da.

Und dann weiß ich wieder, warum ich mir all die durchwachten Nächte, die Höhen und Tiefen, die Depri-Anwandlungen, Minderwertigkeitsgefühle und beinahe-Herzinfarkte antue! Es ist wie Malen mit allen Farben gleichzeitig ...
Ich fürchte, ich gehöre auch zu dieser Spezies, von der Rabenblut in ihrem Blogeintrag spricht: Ich fühle mich sowas von "positiv-bekloppt" :-) Und ich wünsche mir, dass es noch lange anhält.